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Über den sibirischen Super-See 20.03.2018

Mazda CX-5 auf der Eisdecke des Baikalsees.

70 Kilometer: Unser Konvoi bei der See-Überquerung.

70 Zentimeter: Das Eis sollte fünf Tonnen tragen können.

Eispanzer: Die Seeüberquerung hat Spuren am Mazda CX-5 hinterlassen.

Mazda Epic Drive. Die Japaner wagten sich auf‘s Glatteis und luden zum Abenteuer. Mit dem Mazda CX-5 über den gefrorenen Baikalsee - den tiefsten See der Welt. Freie Fahrt war mit dabei.


Mazda lud kürzlich zu einem Epic Drive der besonderen Art nach Russland - genauer nach Sibirien. Die waghalsige Challenge dabei: Den zugefrorenen Baikalsee im Winter mit einem Mazda CX-5 zu überqueren. Was für eine Idee!


Sibirien - der dünn besiedelte Flecken Erde umfasst rund drei Viertel des russischen Staatsgebiets. Statistisch leben hier nur  2,9 Menschen pro Quadratkilometer. Und wir sprechen hier von einer Fläche von etwa 13 Millionen Quadratkilometern, also echt viel Gegend! Darin eingebettet liegt der Baikalsee, ein See der Superlative. Seine Dimensionen sind atemberaubend. Mit einer maximalen Tiefe von 1642 Meter ist er der tiefste See der Welt, dazu unglaubliche 672 Kilometer lang und 80 Kilometer breit. Fast zwei Drittel des weltweiten Süsswasservorkommens sind hier gespeichert. Und noch eine Spezialität hat der Baikalsee zu bieten. Nur hier gibt es den Omul, den „russischen Lachs“.


Unsere Querung soll uns von Listwjanka an der Irkutsker Seite des Sees an das gegenüberliegende Klyuevka führen, einem kleinen Dorf kurz vor Babuschkin, alles in allem rund  70 km „Seeweg“. Das Thermometer zeigt minus zwei Grad, warm für sibirische Verhältnisse. Wir fahren los. Das Knirschen unter unseren Rädern klingt nach Silvesterfeuerwerk, dem man durch ein geschlossenes Fenster lauscht. Gottseidank nur der Schnee und nicht knackendes Eis. Oder doch? 70 bis 80 Zentimeter soll das Eis dick sein. Genug, um das Gewicht von fünf Tonnen tragen zu können, beruhigt Alexey Simakin, unser bärtiger Guide, der sich auf dem Baikalsee bestens auskennt. Im Sommer ist er im Segelboot draußen, im Winter lotst er mit seiner Agentur „Avtorazum“ Wagemutige übers Eis. Wenn das Eis spiegelglatt ist, dann ist es das reinste Naturschauspiel schwärmt er. Diesmal leider nicht. Es liegt reichlich Schnee auf der Eisdecke. Das macht die Sache für uns und die Autos nicht gerade leichter.


Sicherheit geht vor. Unser Konvoi umfasst zehn Mazda CX-5 plus Begleitfahrzeuge. Das elegante Allrad-SUV verwöhnt selbst im kalten sibirischen Winter mit wohnlichem Komfort an Bord. Vorneweg ein Vorausfahrzeug als Sicherheits-Backup, das auch Navigation und Spurarbeit in dieser weißen Wüste übernimmt. Gottseidank. Denn wer weiß, wo wir sonst an Land gekommen wären, wenn überhaupt. Dieses sechsrädrige, Allrad-Amphibienmonster der Marke Trekol steht im Dienst von Emercom, dem russischen Katastrophenschutzministeriums (Pflicht um den See überhaupt queren zu dürfen) und lässt schon erahnen, dass solch ein Trip nicht unbedingt eine Kinderjause ist. Etwas Unvorhergesehenes kann immer passieren, warnt Alexey im Vorfeld vor Übermut. Im Winter werden am See übrigens für Einheimische mancherorts Eisstraßen, sogenannte Zimniks, angelegt um abgelegene Orte leichter erreichen zu können.
Es ist schon irgendwie seltsam, soviel Wasser unter sich zu wissen. Und vergleichsweise so wenig Eis dazwischen. Wir fahren langsam und halten dabei an die zwanzig Meter Abstand zu den anderen Fahrzeugen - sicher ist sicher. Und mit geöffnetem Sicherheitsgurt. Im Ernstfall kommt man so rascher aus dem Auto - wie beruhigend.


Immer wieder rumpelt der Mazda unsanft über Eisstufen und Schneehaufen. Wir halten unsere Kameras fest und uns auch. Als ob der See uns abwerfen möchte. Bamm! Ein Eisblock schlägt an die Wagenunterseite. Hoffentlich ist alles heil - positiv denken. Auch Gedanken an eine Reifenpanne mitten am See verkneifen wir uns besser. Vom Grip her wären unsere Spikes auf Eis ja erste Wahl. Bei dem vielen Schnee kommt unsere 19-Zoll-Bereifung aber manchmal an ihre Grenzen.
Als der Erste dann im Schnee steckt, kommt unser Sicherheits-Backup ins Spiel. In Nullkommanichts hängt der gestrandete Mazda am Haken und das Allradmonster zieht ihn aus der Misere. Kein Problem, die Jungs sind Profis.


Nach zwei Stunden Fahrt ziehen dichte Wolken auf, die uns die Sicht zum Land nehmen. Nun wird es schwer sich zu orientieren, alles sieht gleich aus. Ohne Navi keine Chance.
Teamwork. Wir folgen aufmerksam der Spur des Vordermanns. Bloß nicht zu nah aufschließen, aber auch nicht zu viel Abstand halten, sonst ist die Spur verloren. Aber auch an den Wagen hinter uns denken.
Wenig später gelangen wir an eine unüberwindbare Kante. Zusammendriftendes Eis hat sich über viele Kilometer Länge aufgetürmt. Hier gibt‘s kein Durchkommen. War‘s das jetzt? Wie weiterfahren? Während wir beratschlagen hat es minus neun Grad mit eisig kaltem Wind. Was gefühlt locker minus zwanzig Grad gleichkommt, also ohne Übertreibung arschkalt. Die nun herauskommende Sonne läßt Schnee und Eis glitzern wie Juwelen - ein Anblick, der in der Arktis auch nicht schöner sein kann.


Der Lkw klinkt sich aus dem Konvoi aus und sucht nach einem Weg durch die Barriere. Wenig später kommt er zurück und führt die Gruppe zu einer Stelle, wo das Team rund um Alexey eine Holzrampe für die Spaltenquerung zimmert. Vorsichtig klettern wir mit den Autos einer nach dem anderen über die schmalen Holzbretter über die Spalte. Geschafft, alle sind unversehrt auf der anderen Seite gelandet.
Der viele Schnee hat uns ordentlich Zeit gekostet. Nach gut sechs Seestunden kommt Klyuevka in Sicht. Wir erspähen hinter den einfachen Holzhäusern des kleinen Dorfes eine lange Perlenschnur an Eisenbahnwaggons - die nächste Berühmtheit dieser Region, die Transsibirische Eisenbahn, fährt hier auf ihrem langen Weg von Moskau nach Wladiwostok vorbei.


Sieben Stunden am See. Nach schlußendlich sieben Stunden und 70 km auf dem See erreichen wir wieder festen Boden. Wir sind gelandet, haben es geschafft! Die Fahrzeuge haben zwar gelitten, aber Ausfälle sind keine zu vermelden. Auch eine Reifenpanne blieb uns erspart. Als Auszeichnung tragen die Autos reichlich Schnee und einen dicken Eispanzer am Heck. Stolz und erleichtert steigen wir aus, machen Fotos und genießen noch einmal den Blick auf diesen einzigartigen See. Eisiger sibirischer Wind nach Art des Hauses klopft uns dabei auf die Schulter. Was für ein Land, was für ein See. Ein Super-See!