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Schmerzen von den Knien abwärts 03.02.2018

Start um 4.30 Uhr in Oggau: 3500 Teilnehmer waren heuer bei der 24h Burgenland extrem mit dabei.

Extreme ARBÖ-Mirarbeiter: Torben Mandl und Gottfried Schiener (Mitte) bei ihrer klaten Tour um den Neusiedler See.

Licht an: Selbst bei Nacht wurde gelaufen.

24h Burgenland extrem: 120 Kilometer zu Fuß durch Nacht und Kälte - der ARBÖ war mit dabei.


Knapp über null Grad, endlose Weite und noch gut 90 Kilometer ins Ziel. Es ist 7.30 Uhr früh und nach 26 Kilometern sind Beine und Stimmung noch in guter Verfassung. Auch der berüchtigte eisige Wind bleibt heuer aus. Eigentlich beste Bedingungen – für Selbstquäler. Nein, wir sind nicht im Bootcamp einer militärischen Grundausbildung, sondern bei der jährlichen Extremtour rund um den Neusiedler See – der 24h Burgenland Extrem Tour.


Ende Jänner ging die siebente Auflage dieser Winter-Tortur über die Bühne, mit mehr als 3500 Teilnehmern aus 21 Nationen. Auch zwei marathon-erfahrene ARBÖ-Mitarbeiter waren mit dabei: Torben Mandl und Gottfried Schiener, beide hauptberuflich im ARBÖ-Generalsekretariat beschäftigt, dort großteils mit Zahlen. Die beiden stellen sich bereits zum dritten Mal dieser Tour.
Doch hier und heute geht’s nicht 
um Zeit und Zahlen – nur ums Dabeisein und den Spaß an der Bewegung. 
120 Kilometer gilt es auf der Original-Strecke zurückzulegen, also von Oggau einmal rund um den See. Nicht auf Zeit, sondern in erster Linie gegen sich selbst und den inneren Schweinehund. „Als Läufer bekommt man von den Massen eher weniger mit”, so Ultra-Marathonläufer Torben Mandl. Doch die Schnelligkeit, so Gottfried Schiener, kann auch tückisch sein: „Speziell als Läufer musst du mit dem Tempo aufpassen, dass man es nicht übertreibt, zu schnell angeht.” Die Rekordzeit für die Seeumrundung im Winter liegt übrigens bei unglaublichen neun Stunden und 29 Minuten!


Weiter. Zu Mittag sind die beiden nach rund 60 km schon in Apetlon – und stärken sich mit Würsteln. Weiter geht’s. Mehr als eine halbe Stunde wollen Torben und Gottfried nicht an der Labestation pausieren. Schließlich haben sie noch einen langen Weg vor sich. Kurz vor Neusiedl wird’s dann zäh, denn bald bricht auch die Nacht an. „Man freut sich schon auf eine warme Suppe, der Körper ist schon ziemlich durchgefroren”, sehnen sich die Läufer nach Nahrung und knipsen wieder die Stirnlampen an. Stunden später, nach der Suppe, ist endlich Oggau in Sicht.


Geschafft. Nach 16 Stunden und 17 Minuten ist es dann vollbracht. Abge-
kämpft und glücklich passieren die beiden kurz vor 21 Uhr die Ziellinie. „Der Schmerz vergeht, der Stolz bleibt”, resümmieren die Helden ihre Extremtour. Nur ein paar kleine Blasen an den Füßen als Erinnerung, nicht so schlimm. Auch die Schmerzen von den Knien abwärts sind bald wieder weg.
„Warum tun wir uns das eigentlich an?”, dachten die beiden unterwegs mehrmals. Aber im Ziel ist alles vergessen, 2019 wollen sie wieder mit dabei sein und loben die perfekte Organisation von Michael Oberhauser und seinem Team.


Das Schlusswort gehört dem Organisator: „Wir wollen Menschen in Bewegung bringen und sie das gute Gefühl der wohltuenden Erschöpfung wiederentdecken lassen. Diese Extremtour ist ein Weg zu neuen Erfahrungen und ein Pfad zu sich selbst.”