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Bekenntnis zum Diesel 25.09.2017

Neuvorstellung Renault Koleos.


Irgendwo hinter Helsinki hört dann der Asphalt auf, die Schotterstraße hat eingebaute Kuppen, die bei entsprechendem Tempo zu Sprunghügeln werden, und in gerader Verlängerung der Fahrbahn steht nach dem Sprunghügel ein dicker Baum, vor dem die Straße rechtwinkelig zum nächsten Seeufer abbiegt. So gesehen darf es nicht verwundern, dass jeder zweite Finne ein gebürtiger Rallyefahrer ist, aber den Scouts, die für die Fahrpräsentation des neuen Renault Koleos im hohen Norden die Routen ausgewählt haben, muss man ein Kompliment aussprechen: Auf diesen Wegen hat der Koleos beeindruckend seine Talente ausgespielt.

Zugegeben, die Erstauflage des Koleos im Jahr 2008 ist ja eher mit überschaubarem Erfolg dahergekommen. Aber jetzt hat Renault, angespornt von den erfolgreichen Modellen in den kleineren Klassen, Captur und Kadjar, so ziemlich alles richtig gemacht. Der Koleos als Abrundung des Crossover-SUVDreigestirns nach oben kommt in einem eleganten Kleid mit Talisman-Designelementen und gelungener Lichtsignatur gezeichnet in Paris, produziert in Korea, modern und geglättet.

Auf der gleichen Plattform wie der Nissan X-Trail aufgebaut, verzichtet man ganz bewusst auf eine siebensitzige Ausführung zugunsten menschengerechter Transportumstände. Dafür gibt es auf knapp 4,7 Metern Gesamtlänge und bei einem sehr ordentlichen Radstand von 2,71 Metern tolle Platzverhältnisse auch für die Hinterbänkler trotz elegant abfallender Dachlinie und dazu ein Ladevolumen von 542 bis 1677 Litern in einem hervorragend geräuschgedämmten Innenraum. Apple CarPlay und AndroidAuto sind in Serie vorgesehen, schon in der Zen-Version hat man auch Zwei-Zonen-Klima, Spurhalte- und Notbremsassistent, 7-Zoll-Touchscreen, Tempomat (nicht adaptiv), Navi, Verkehrszeichenerkennung und Berganfahrhilfe, um nur das Wesentliche aufzuzählen. Die Varianten „Intens” und vor allem „Initiale Paris” legen dann noch ordentlich drauf, von 19-Zoll-Alus bis zum Nappaleder. Erfreulich jedenfalls die Preiskalkulation: Der Fronttriebler beginnt bei € 31.990,–, für Allrad sind rund 5000 Euro Zuschlag fällig, und wer mit allen Extras den Fünfziger knacken will, muss schon Champagner dazubestellen.

Was man für sein Geld kriegt, ist ein topmodernes, auch optisch höchst ansprechendes Auto mit ordentlicher, bedienerfreundlicher Qualitätsanmutung, das schon in der Basismotorisierung mit dem 1,6-l-Diesel, 96 kW/130 PS, Frontantrieb und manuellem 6-Gang-Getriebe sehr ordentlich unterwegs ist (0–100 km/h in 11,4 Sekunden, 185 km/h Spitze, Normverbrauch 4,6 Liter). Standesgemäß geht’s natürlich mit dem Zweiliter-Diesel (130 kW/177 PS) voran, mit Allradantrieb und möglicher 50:50-Kraftverteilung, kombiniert mit einer 7-StufenCVT-Automatik, die ganz sicher zum Besten gehört, was der Markt zu bieten hat: spontanes Ansprechen und keine „Heulerei”.

Kein Benziner. Und wer jetzt nach den Benzinern fragt: Die haben wir nicht vergessen, die gibt’s nicht. Renault setzt damit in Zeiten des allgemeinen Dieselbashing ein klares Zeichen und Bekenntnis zum Selbstzünder mit modernster Emissionstechnologie.