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Skoda Karoq 4x4: Zieleinlauf im Dauertest 15.11.2018

Stimmig: Mit dem Karoq ist Skoda ein großer Wurf gelungen. Das kompakte SUV kann rundum überzeugen.

So problemlos, so dienstbar, so selbstverständlich im ersten Augenblick. Und täglich wächst die Freude am cleveren Gesamtpaket.


Wenn man dieser Tage den 150. Geburtstag von Skoda-Mitbegründer Václav Klement feiert, dann fragt am sich unweigerlich, was er wohl gesagt hätte beim Anblick und beim Fahr-erlebnis im neuen Karoq. Es möcht’ dem 1938 verstorbenen Herrn Klement von Laurin & Klement wohl ziemlich die Red’ verschlagen, denn der VW-Konzernbruder von Tiguan und Ateca beeindruckt auch heutige Zeitgenossen mit seinem hohen Gebrauchswert, seinen schlauen Detaillösungen und seiner generellen robusten Problemlosigkeit.
Beginnen wir also unsere Dauertestbilanz beim Design: Modern und wuchtig steht der Karoq da, mit rundum gelungenen Proportionen und bei einer Gesamtlänge von 4,38 Metern ganze 32 Zentimeter kürzer als der große Skoda-Bruder Kodiaq. Er macht optisch jedenfalls was her, an Tankstellen werden wir mehr als einmal auf das Auto angesprochen.


Innen setzt sich die klare Formensprache fort, die Instrumentierung ist übersichtlich und auch gebürtige Betriebsanleitungsverweigerer können den Karoq ziemlich problemlos in Betrieb nehmen. Nicht ganz zeitgemäß scheint lediglich der Tempomatknubbel aus dem Konzernregal links hinter dem Lenkrad unter dem Blinkerhebel. Da gibt es in Fernost schon feinere Lösungen am Lenkrad. Dafür wartet die volle aktuelle Assistentenbatterie, auch Connectivity, Navi und Rückfahrkamera sind auf dem aktuellen Stand der Technik, und die LED-Beleuchtung sorgt für wirklich ordentliche Lichtverhältnisse.


Vielseitig. Kroatien-Urlaub mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern samt Gepäck ist sich auch tadellos ausgegangen bei einem Ladevolumen von 521 bis 1630 Litern, die variable und auch ganz ausbaubare VarioFlex-Rückbank (aufpreispflichtig) macht dabei ebenso Freude wie die ganze Clever-Palette vom Regenschirmfach unter dem Beifahrersitz übers Mistkisterl in der Fahrertür bis zum Eiskratzer im Tankdeckel – Dinge, die wir auch von anderen Modellen der Skoda-Palette kennen.
Die 150 PS des Zweiliter-Diesels ergeben gemeinsam mit dem 7-Gang-DSG ein harmonisches Zusammenspiel, wuchten den 1,6 Tonner in 8,7 Sekunden auf Tempo 100 und kratzen – wenn erlaubt – an der 200er-Marke. Das Fahrverhalten ist ebenfalls solide, wo Skoda draufsteht, ist auch Skoda drin. Der Turbo-Diesel mit Ad-Blue-Technik verrichtet seine Arbeit recht gut gedämmt, allerdings sind sein Normverbrauchswert von 5,0 Litern und somit der CO2-Ausstoß von 131 g nach den neuen WLTP-Maßstäben sicher nicht zu halten. Unser Testverbrauch liegt bei durchschnittlich sieben Litern, Gelände und Anhängerbetrieb nicht mitgerechnet, denn da kann’s natürlich auch deutlich mehr werden.
Gerade der Anhängerbetrieb ist mit dem Karoq jedoch eine wirklich überlegenswerte Variante. Bis zu zwei Tonnen (gebremst) darf man ihm zumuten. Für Komfort sorgt dabei die ausschwenkbare Hängerkupplung, für Sicherheit die elektronische Hängerstabilisierung.


Wirklich bemerkenswert ist auch die Geländegängigkeit des Allradlers im optionalen Offroad-Modus mit viel elektronischer Supervision bis hin zur Bergabfahrhilfe. Da kann auch der ungeübte Fahrer wenig falsch machen, sofern er seinem Karoq nicht massiv dreinpfuscht.
Im Stich gelassen hat uns der -
Kodiaq während des Dauertests niemals, auf der Defektliste steht lediglich eine Zierleiste, die sich nach Tagen unter der heißen Sonne des heimischen Sommers aus der Verklebung gelöst hat, und am letzten Testtag hat noch die Deaktivierung der Start-Stopp-Automatik verweigert.
Bleibt somit unterm Strich nach unserem Dauertest ein kompaktes SUV, das im Betrieb ganz genau das hält, was es beim Kauf versprochen hat, überraschungsfrei und zuverlässig.
Wer sich allerdings heftig durch die Liste der Karoq-Modelle und Extras kreuzerlt, muss jetzt auch bei Skoda schon die finanzielle Grätsche von EUR 25.790,– als Einstiegspreis bis knapp an die 40.000-Euro-Grenze schaffen.

 

 

Skoda Karoq 2.0 TDI 4x4; EUR 37.360,-*

Motor: R4, Turbodiesel (EU6), 1968 ccm
Leistung: 110 kW/150 PS
Drehmoment: 340 Nm bei 3500–4000/min
Antrieb: 7-Gang-Automatik (DSG), Allrad
L/B/H: 4382/1841/1628 mm
Eigen-/Gesamtgewicht: 1751/2131 kg
Kofferraum: 521–1810 l
0–100 km/h; Spitze: 8,7 s; 196 km/h
Anhängelast ungebr./gebr.: 750/2000 kg
Testverbrauch: 7,0 l/100 km
MVEG-Verbrauch komb.: 5,0 l/100 km
CO2-Emission: 115 g/km

*) Preis Testauto EUR 43.040,- (4x4 Style)

 

ARBÖ-Fazit:
Plus: Solides, stimmiges Kompakt-SUV, Verarbeitung, Offroad-Talente, praktisch im Alltag (Varioflex-System).
Minus: Kaum Schwächen, DSG schaltet ev. früh hoch.