News

Kia e-Niro: Echt gelungen! 12.12.2018

Mehr als 450 km Reichweite und schicker Crossover-Look. Mit dem neuen e-Niro bietet Kia derzeit wohl eines der interessantesten Elektroautos am Markt.


Nach Hybrid und Plug-In-Hybrid ist die nun vorgestellte Elektroversion des Kia Niro der nächste logische Entwicklungsschritt. Der fesche Crossover konnte bereits vergangenes Jahr in seiner Plug-In-Variante im Freie-Fahrt-Dauertest überzeugen.

Äußerlich ist der e-Niro, der technisch mit dem Hyundai Kona verwandt ist, nur am geschlossenem Kühlergrill und den leicht geänderten Lufteinlässen an der Front erkennbar.


Zwei Versionen. Angeboten wird der e-Kia in zwei Varianten: Mit 100 kW/136 PS Elektro-Motor, der von einer 39-kWh-Batterie (180 Zellen) gespeist wird und bis zu 289 km Reichweite schaffen soll, sowie eine stärkere 64-kWh-Version mit 150 kW/204 PS (294 Zellen), hier verspricht Kia mehr als 450 Kilometer Reichweite (WLTP), im städtischen Bereich sollen es sogar 650 km sein! Heißt: Wien–Salzburg sollte sich damit ohne Angst ausgehen, auch Wien–Graz–Wien darf man sich trauen!

64 kWh klingen zwar im Vergleich zur Premium-Konkurrenz vom Schlage eines Tesla Model 3, Audi e-Tron, jaguar I-Pace oder Mercedes EQC nicht so aufregend. Dort sind die Akkus mit 80, 90 oder sogar 95 kWh schon kräftiger. Aber wer braucht das wirklich?

Der e-Niro fährt – wenn man denn will – wie die sprichwörtliche Feuerwehr. Der 204 PS und 395 Nm starke E-Niro schafft den Sprint von 0 auf 100 in nur 7,8 Sekunden und soll theoretisch 167 km/h Spitze abliefern. Aber das ist ja nicht eigentlicher Sinn der Sache. Und gerade bei hohem Autobahntempo schmilzt die Reichweite ja spürbar.


Unser Eindruck nach erster Testfahrt mit der stärkeren Variante: Zwar merkt man dem e-Niro das hohe Gewicht (1,8 Tonnen) an, der Wagen liegt aber sehr satt auf der Straße und selbst enge Kurven nimmt er dank tief liegendem Schwerpunkt und direkter Lenkung ausgesprochen agil. Es ist eine wahre Freude wie leichtfüßig und lautlos man mit dem Kia dahinstromen kann. Und das ohne Reichweitenangst!

Erstmals wird in einem Kia das Automatikgetriebe per Drehrad bedient – das funktioniert einfach und schlüssig. Das Rekuperieren erfolgt vierstufig über Lenkrad-Wippen, dabei wird links abgebremst und rechts die Stärke der Rekuperation verringert. In Stufe 0 rollt der Kia frei (Segelmodus), bei Stufe 3 bremst er schon kräftig ab, wenn man vom Gas geht.
In der Stufe „Auto” steuert der Niro die Rekuperation selbst, abhängig vom Verkehrsgeschehen.

Dazu sind auch einige Fahrmodi wählbar: Neben „Sport” und „Normal” auch „Eco” und als quasi  „Notfallsprogramm” der Modus „Eco-Plus”. Hier wird das Tempo auf max.  90 km/h limitiert und elektrische Verbraucher – wie etwa die Klimaanlage – ausgeschaltet, um sich an die nächste Ladestation zu retten.

15,9 Kilowattstunden pro 100 Kilometer gibt Kia als Verbrauch an. Auf unserer Anzeige waren es sogar nur 15,1 kWh. Gefahren im Eco-Modus im milden Südfrankreich teils auf kurvigen Küstenstraßen und auch kurz auf der Autobahn. An einer Schnellladestation kann dann der Akku in gut 40 Minuten wieder zu 80 Prozent geladen werden, an der Wallbox dauert es knapp sechs Stunden.

Marktstart feiert der Kia e-Niro im Jänner 2019, die Preise starten bei E 36.690,- (39 kWh-Batterie, Ausstattung Titan) bzw. E 41.090 für die stärkere Batterie. Der heimische Importeur plant für 2019 zwischen 300 und 400 Einheiten absetzen zu können.