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Legende reloaded 30.08.2018

Alpine A110. Die gelungene Retro-Wiederbelebung katapultiert sich ziemlich heftig in unsere automobile Sonntagsruhe. Gleicher Name, selbe Botschaft.


Frankreichs Nationalstolz ist seit der Fußball-WM ein ordentliches Stückerl gewachsen. Aber nicht nur auf ihre Kicker können die Franzosen stolz sein. Ein weiterer ehemaliger „Weltmeister” aus der Grand Nation meldet sich zurück: Die legendäre Alpine A 110 Berlinette zählte in den Sechzigerund Siebziger-Jahren zu den erfolgreichsten Rallyautos und ist vielen mit ihrer blauen „Kriegsbemalung” noch ein Begriff. Die blaue Alpine von damals konnte seinerzeit zahlreiche Rennerfolge feiern, etwa bei der Rallye Monte Carlo und eben auch zweimal den Rallye-Weltmeister 1971 und 1973 stellen. Nun startet sie in einer Neuauflage.

Die moderne Fortsetzung der französichen Legende katapultiert sich ziemlich heftig mitten in unsere automobile Sonntagsruhe. Neue Autos haben in erster Linie praktisch, vernünftig und neuerdings auch effizient zu sein. Von langweilig hat hier keiner was gesagt, höchstens zwischen den Zeilen. Und jetzt das! Ein kleiner sportlicher Zweisitzer mit Mittelmotor. Sogar der Name bleibt unverändert – A110. Geblieben sind auch die klassische DoppelleuchtenFront, die zarte Silhouette und der sportive Heckantrieb. Statt dem Heckmotor von damals gibt’s nun ein Mittelmotor-Konzept, dazu Leichtbau und Agilität als perfekte Zutaten für ein Fahrspaß-Auto.

Wer in den Schalensitzen Platz genommen hat, spürt es gleich: die Alpine passt wie angegossen. Die Sitze sind in der Basisversion zwar nur längsverstellbar, das stört aber nicht. Selbst langbeinige 1,90m-Lulatsche haben locker Platz. Das Gestühl kann bei der Bestellung übrigens speziell auf den Fahrer angepasst werden. Den sechsfach verstellbaren Komfortsitz gibt’s nur bei der höheren „Legend”-Ausstattung.

Innen findet man ein sportlich gehaltenes, aber doch leicht reduziertes Interieur. Blickfang sind das mittige Display – willkommen in der Moderne – und die frei schwebende Mittelkonsole mit Startknopf. Über eine auffällige rote Taste direkt am Lenkrad lassen sich die einzelnen Fahrmodi (Normal, Sport, Track) anwählen.

Ablagen? Fehlanzeige. Etwas Staumöglichkeit gibt’s lediglich unter der Mittelkonsole, aber da kommt man schwer ran. Und die beiden Kofferräume vorn und hinten (ja, Mittelmotor!) reichen gerade für den Wochenendtrip.

Ein Druck auf den Startknopf, und der Zweisitzer erwacht mit dumpfem Röhren zum Leben. Der 1,8-l-Turbobenziner schiebt die nur gut 1000 kg leichte Alpine druckvoll voran, die 7-Gang-DSG arbeitet dabei rasch und unauffällig. Dabei stets akustisch begleitet vom sonoren Auspuff-Grummeln. Wer will, kann per Paddles schalten.

Agil. Erster Eindruck: Satte Straßenlage, angenehm straffe, direkte Lenkung. Die Alpine zeigt uns, wie agil und spontan ein leichtes, fl aches Auto wirklich sein kann. Soll bitte niemand mehr sagen, ein SUV sei dynamisch!

Wir sind überrascht, wie komfortabel das Fahrwerk trotz aller Sportlichkeit dabei zu Werke geht. Nicht brettelhart, sondern sehr angenehm. Und da Fahrspaß in trockenen Zahlen nicht darstellbar ist, hier zumindest die Fahrleistungen: Von Null auf Tempo 100 in 4,5 Sekunden und 250 km/h Topspeed, der von den Brembo-Sportbremsen wieder souverän eingefangen wird.

Unterm Strich surft man mit der Alpine auf einer breiten emotionalen Bugwelle. Die gelungene Retro-Wiederbelebung verströmt Emotion und Sympathie allerorts. Oder haben Sie schon mal Kinder erlebt, die ihre Daumen strecken, wenn das neueste SUV vorbeirollt? Eben!

Eine Zahl servieren wir abschließend noch: 58.700. Sie markiert den Einstiegspreis (Ausstattung „Pure”), die Version „Legend” kommt auf € 62.600,–. Nicht gerade wenig, praktisch gesehen …