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Schon gefahren: Audi e-tron 19.02.2019

Erste Ausfahrt mit dem Audi e-tron auf heimischen Straßen.


Mit dem e-tron bringt nun auch Audi sein erstes rein elektrisches Serienmodell. Mit knapp unter fünf Meter Länge ist der elegante Audi-Stromer größenmäßig zwischen Q5 und Q8 angesiedelt. Ob 2490 Kilo Eigengewicht, 300 kW und diese wuchtige Ausstrahlung für ein Elektroauto überhaupt passend sind, fragen wir uns schon angesicht dieser stattlichen Erscheinung. Aber bei Audi muss das wahrscheinlich so sein, damit unterstreichen die Ingolstädter ihren Premium-Anspruch und bringen so den e-tron gegen Tesla, Mercedes EQC und Co. in Stellung.

Rein äußerlich ist der e-tron nicht gleich auf Anhieb als Elektroauto zu erkennen. Einzig die Ladeklappe an der vorderen Fahrerseite deutet auf die Ladestecker-Aufnahme hin. Die Ladekabel finden sich gut untergebracht in einer Kunststoffwanne im Motorraum, die Motorhaube muss beim Schließen aber „sehr fest“ zugeschlagen werden wie man uns erklärte, damit die beiden Arretierungspunkte auch wirklich sauber einrasten. Das wirkt bei diesem Nobel-SUV, das durch und durch deutsche Präzisionsarbeit verkörpert dann doch etwas roh.

Innen Platz genommen, empfängt einem ein modernes und klares Interieur. Kantig, cool und top verarbeitet signalisiert der e-tron, dass hier modernste Technik im Spiel ist. Die beiden Touchscreens geben bei Druck mit zarter Vibration Feedback. Und erstmals finden – eine Welt-Innovation im Serien-Automobilbau - virtuelle Außenspiegel Einsatz (optional). Leider war unser Testwagen nicht damit ausgerüstet.

Platz gibt es in Hülle und Fülle, selbst im Fond genießt man Business-Class-Atmosphäre. Und auch der Kofferraum schluckt mit 660 bis 1725 Liter recht ordentlich, dank der im Fahrzeugboden verbauten Lithiom-Ionen-Batterie. Praktisch: Mit 1800 kg Anhängelast kann der e-tron auch beim Baumarkt gute Figur machen.

Die Fahrstufen (D, R, N, P) lassen sich per großem Wahlhebel einlegen und in Stellung ”D” nimmt der e-tron auch schon lautlos Fahrt auf. Das knapp 2,5 Tonnen schwere Elektro-SUV liegt satt und sicher auf der Straße, das hohe Gewicht spürt man beim Fahren kaum. Wer das „Gaspedal“ entschlossen durchdrückt, erntet vehementen Vortrieb, der e-tron stürmt lautlos und leichtfüssig voran. Bei 200 Sachen soll übrigens Schluss sein.

Ein cleverer Allradantrieb sorgt übrigens dafür, dass diese Kraft auch sicher auf die Straße kommt. Dafür sind zwei Elektromotoren verbaut, die jeweils eine Achse antreiben. Die Kraft kann dabei nicht nur zwischen vorne und hinten sondern auch radselektiv verteilt werden. Die Gesamtleistung der beiden E-Motoren beträgt 265 kW, im Boost-Modus stehen kurzzeitig (für acht Sekunden) sogar 300 kW zur Verfügung.

Bei unserer kurzen Testfahrt im schönen Salzkammergut überzeugte der Audi e-tron als komfortabler und feiner Gleiter. Per Paddles kann man die Rekuperationsstärke regulieren und der e-tron kann auch navibasierend  zu erkennen geben, wann man beispielsweise vor einer Ortseinfahrt schon in den „Rollmodus“ gehen kann. 417 km nennt Audi übrigens als Reichweite (WLTP) für den e-tron.

Preislich startet der Audi e-tron 55 quattro bei 82.000,- Euro. Die ersten Auslieferungen starten Ende März, wer jetzt bestellt muss sich voraussichtlich bis September gedulden ...