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Alfa Romeo Stelvio 18.04.2017

Fast zu schade fürs Gelände!


Die Zeit des Hoffens und des Bangens ist für alle Alfa Fans vorerst einmal zu Ende. Schon die gelungene Neuauflage der unvergesslichen Giulia hat bewiesen: Alfa lebt. Und der Erstausflug der italienischen Herzensmarke in die SUV-Welt beweist: Alfa bewegt sich und heftig noch dazu!
Der Alfa Romeo Stelvio gehört von Anfang an zu den Top-Erscheinungen im Segment, und das liegt an der gelungenen Kombination von erstklassiger Technik, bestechender Linienführung und Alfas unverwechselbarer Fahrdynamik-DNA, die wie ein Ruf aus alter Zeit herüberklingt, als Autofahren noch wirklich Spaß machen durfte.
Nachrücklich vorgeführt hat das der Alfa Romeo Stelvio, motorisiert mit einem Zweiliter-Vierzylinder Benziner, der hurtige 280 Pferde an den von Magna stammenden Allradantrieb mit Torque Vectoring übermittelt, auf einer ausgedehnten Testrunde zwischen Autobahn und hochalpinem Kurvengeschlängel.
Übertragen wird die Kraft mittels Achtgang-Automatik und über eine Antriebswelle aus Karbon, die zusammen mit Leichtmetall-Motor und Alu-Teilen der Karosserie dafür verantwortlich ist, dass der Stelvio mit dem geringen Gewicht von 1.660 Kilo, perfekt verteilt mit 50:50 auf 4.6 Meter Gesamtlänge seine fahrdynamische Extraklasse entwickeln kann. Und die stößt in eine gefühlte neue Dimension des SUV-Fahrens vor, wenn der
Fahrdynamik-Regler in Stellung „d“ wie dynamisch steht und zartes Fingerspiel an den großen Paddles die Post abgehen lässt, dass nur eiserne Disziplin den Eingriff der amtlichen Rennleitung verhindern kann.
Tatsache ist, dass sich der Reiz des Stelvio dem Piloten aber nicht nur aus dem Potenzial des Triebwerkes erschließt, sondern vor allem aus dem präzisen Zusammenspiel aller Komponenten, angefangen von der elektrischen Servolenkung. Die ist an Präzision, Rückmeldung und Handling kaum zu übertreffen, macht kurvensüchtig. Ebenso das Fahrwerk, grundsätzlich nach Giulia-Art hecktriebig ausgelegt, bei Bedarf mit bis zu 50 % der Kraft auf den Frontantrieb wechselnd, ohne jede Wankneigung in Kurven oder beim Anbremsen. Trotz 20 cm Bodenfreiheit und erhöhter Sitzposition fühlt man sich also nicht wesentlich anders als  in der hoch gelobten Giulia. Ähnliche Fahrdynamik, gleiche Instrumentierung, identische Plattform samt Radstand und das gesamte Assistenzsystem ergeben Eindruck von Giulia-Fahren nur halt eine Etage höher. Ein Nachteil, wenn man so will: Von der Eleganz der Erscheinung her mögen feinfühlige Ästheten gar nicht daran denken, das Schmuckstück nach derber Jägerart durch schweres Offroad-Gelände zu scheuchen, egal ob man könnte. Wär’ doch ewig schad’ bei jedem Kratzer.
Ausstattungsmäßig reden wir bei unserem „First Edition“ – Modell  (Kostenpunkt 64.990 Euro) von Leder, 20 Zoll-Rädern Spurhalte- und Kollisionswarnung, Fußgänger-Erkennung, Sitzheizung und E-Verstellung, Einparkhilfen, Infotainment, 3D-Navi und 8,8 Zoll-Display, um die wesentlichsten Features zu nennen. LED-Licht und Head-up-Display gibt’s zwar derzeit nicht im Angebot, aber dafür jede Menge beste Alfa-DNA, angefangen von den großen Rundinstrumenten bis zur Pedalerie.

Einen kräftigen Diesel mit 210 PS hat Alfa Romeo um 51.230 Euro auch im Programm, falls jemand unbedingt Alfa und Diesel kombinieren möchte. Ein 200 PS-Benziner und ein 180 PS-Diesel (auch als reiner Hecktriebler) werden jetzt gleich nachgereicht und das absolute Gustostückerl, der Quadrofoglio Verde mit dem aus der Giulia bekannten und bei Ferrari gebauten 510 PS-V6 soll rechtzeitig für’s Christkind auf die Welt kommen und die Fahrleistungen der First Edition (5,7 Sekunden von 0 auf 100 km/h und Vmax 230 km/h) noch deutlich zu verbessern.

Die Konkurrenz: Eigentlich eh alle, die schon da sind in der dicht besetzten SUV-Abteilung knapp unter fünf Metern Länge, in der mit dem VW Konzern, BMW, Jaguar, Land Rover, Mercedes die Großen der Branche um Marktanteile rittern. Aber der Alfa-Spirit lebt und der gut gerüstete Stelvio wird seine Chancen als „Spätgeborener“ nützen. Muss er auch, schließlich sollen seine Gewinne weitere geplante Modellentwicklungen finanzieren.