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Retro ist voll angesagt 15.05.2017

Heuer könnte wieder ein gutes Motorradjahr werden – wo die Trends liegen.


Motorräder sind meist ein Hobby, daher sind sie auch gewissen Modetrends unterworfen. Alle Jahre wieder versuchen die Hersteller, den Geschmack des Publikums zu treffen, nicht immer gelingt das. Für heuer sind gleich mehrere Richtungen auszumachen, in die die Reise gehen könnte. So gibt es derzeit wohl mehr Retrobikes auf dem Markt als je zuvor. Vor allem die Europäer wollen von diesem Trend profitieren.

So hat etwa ein vergleichsweise kleiner Hersteller wie BMW gleich fünf derartige Modelle im Angebot, aber natürlich auch die Italiener wie etwa Moto Guzzi mit der V 7 und V 9 oder auch Ducati mit den diversen ScramblerModellen, wie zum Beispiel der neuen „Desert Sled”, wollen mitmischen. Sogar der wiederauferstandene Kleinsthersteller SWM will mit Retro-Modellen punkten. Natürlich darf hier auch Triumph nicht fehlen, mit dem neuen Bobber schlägt man genau in die gleiche. Doch auch der indische Hersteller Royal Enfield, einstmals englischer Herkunft, mischt kräftig mit, die Intercontinental kommt auch in Europa gut an, dem Vernehmen nach arbeitet man in der eigens für den europäischen Markt gegründeten Entwicklungsabteilung in England emsig an einem großen Zweizylinder.

Die zweite Richtung betrifft die großen Tourer, hier sind seit einiger Zeit sogenannte Bagger groß in Mode. Dabei handelt es sich um Tourenbikes mit Koffern (Bags), die mit einem abgesenkten Heck und einem großen Vorderrad auffallen. Die großen, bis zu 30-zölligen Vorderräder gibt es in der Serie nicht, zu groß wäre der Konstruktionsaufwand, aber die Optik wird, soweit es geht, in die Serie übernommen. Neben HarleyDavidson sind hier interessanterweise BMW und Moto Guzzi an der Front.

Bei den japanischen Herstellern feiern die Supersportler wieder fröhliche Urstände, von Suzuki kommt eine neue GSX-R und von Honda eine wunderschöne und schlanke CBR1000RRFireblade, vollgestopft mit Elektronik, um überhaupt fahrbar zu bleiben. Aus Europa kommt eine neue BMW HP4 Race sowie eine neue Schönheit von Ducati mit dem Namen 1299 Superleggera.

Auch nicht mehr ganz neu, aber doch voll im Trend liegen Bikes mit kleinem Hubraum, sie sollen die Jungen wieder auf das Motorrad bringen und auch den boomenden Markt in Asien befriedigen.

Kein Wunder, dass auch einige Hersteller diese Motorräder gleich in Indien produzieren. BMW etwa mit der 310, der nun auch eine GS-Version zur Seite gestellt wurde, KTM und auch HarleyDavidson sind in Asien aktiv.

Die Verlierer sind eindeutig die großen, meist unverkleideten Vierzylinder, das hat mehrere Gründe. Zum einen sind die Euro-4-Abgasvorschriften so streng, dass viele Hersteller vor allem luftgekühlte Triebwerke nicht mehr weiterentwickeln können oder wollen, zum anderen sind die Steuern und Versicherungen für großvolumige Bikes in Höhen geschnellt, die sich viele nicht mehr leisten können oder wollen.

Doch wer weiß, wie der Markt in ein paar Jahren aussehen wird. Das Motorrad selbst wird seine Faszination kaum verlieren.