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Digital Nomad 08.05.2018

Schon gefahren: Neuer VW Touareg. Das SUV-Raumschiff zündet in der dritten Generation ein Technik-Feuerwerk und gleitet in die digitale Welt.


Etwas breiter und länger und gut 100 Kilo leichter als sein Vorgänger. Dazu eine stattliche Chrom-Front. Das ist der neue VW Touareg, dessen Name sich an den nordafrikanischen Nomadenstamm der Tuareg anlehnt, von außen. Die wahre Überraschung findet sich aber innen. Und da meinen wir nicht den größeren Kofferraum, der um 113 Liter auf 810 Liter wuchs.


Schaltzentrale ohne Schalter. Wer sich in einem Auto noch über echte Knöpfen und Tasten freut und nicht unbedingt ein Fan von Wischen und Streichen ist, der wird sich im neuen Touareg, ein bisserl schwer tun. Bei der Pressevorstellung des neuen Jahrgangs konnte man meinen, die Wolfsburger präsentieren ihr neuestes Super-Tablet. So sehr erklärten sie die Vorzüge des neuen volldigitalen riesigen 15-Zoll-„Innovision Cockpit”, dass sich neben dem „normalen“ digitalen 12-Zoll-Cockpit breitmacht. Digitale Touchflächen ersetzen großteils die gewohnten Tasten, eigentlich findet man diese nur noch am Lenkrad und in der Nähe des Schalthebels. Sämtliche Bedientasten sind nun virtuell und im Display integriert, alles kann man konfigurieren, gestalten, einstellen, zoomen und wischen.
Das möge angeblich der asiatischen Wisch-Klientel gefallen, ob das hierzulande auf Zuspruch trifft bleibt abzuwarten.
Dazu steht das Innovision-Cockpit mit rund 3640 Euro Aufpreis in der langen Liste der vielen Extras. Wer sich für dafür entscheidet, bekommt WLAN-Hotspot für bis zu acht Geräte, vier USB-Anschlüsse, induktives Handy-Laden sowie App Connect mit dazu. Wer darauf verzichtet, bekommt stattdessen die kleinere „Discover Pro”-Einheit mit echten Tasten drumherum -  gezeigt wurde diese Variante bei der Pressepräsentation übrigens nicht.

Eines ist hingegen sicher: Die Aufmerksamkeit, die diese digitale Welt dem Autofahrer abverlangt ist enorm. Man muss sich richtig zwingen, seine Sinne auf die Straße und das Verkehrsgeschehen zu lenken um nicht ständig am Display zu hängen.

Fahren. Unterwegs mit dem Touareg fühlt man sich bestens aufgehoben. An Bord herrscht edles Premium-Ambiente, dazu Top-Fahreigenschaften kombiniert mit kraftvollen und effizienten V6-Diesel-Triebwerken (Euro 6d temp) mit 231 bzw. 286 PS. Dank aktivem Wankausgleich und Allradlenkung (beides optional) fühlt sich der Zweitonner im kurvigen Terrain äußerst agil und handlich an. Die Luftfederung (auf Wunsch) zeigt sich dabei bestens abgestimmt und im Komfort-Modus schwebt man sanft über die Straße. Die DSG-Automatik schaltet weich, reagiert aber nicht übermäßig schnell.

High-Tech. Dazu offeriert VW eine wahre Armada an Assistenz-Systemen, wie etwa den Stau- und Baustellenassistent, der teilautonomes Fahren bis 60 km/h ermöglicht, die Nachtsichtunterstützung „Nightvision”, die via Wärmebildkamera Personen und Tiere in der Dunkelheit erkennen kann, sowie modernstes LED-Matrix-Licht.
Bei ersten Testfahrten zeigte der Touareg eine weitere Besonderheit: Nähert man sich beispielsweise überraschend einem Kreisverkehr oder einer enger werdenden Kurve so vibriert das Gaspedal dezent, als Hinweis auf anstehende Bremsmanöver.

Und falls jemand auf die Idee kommt mit der Nobelfuhre ins harte Gelände aufzubrechen – auch das sollte kein Problem sein. Der Offroad-Modus optimiert dabei wichtige Fahr-Parameter und das Luftfahrwerk pumpt den Touareg dann bis zu 70 Millimeter höher.

Bestellbar ist der neue Touareg ab sofort (3.0 V6 TDI, 286 PS ab E 72.690,–), voraussichtlich Ende Juni soll dann der Einstiegs-Diesel (231 PS) ab E 66.690,-  zu den Händlern kommen. Nächstes Jahr wird ein V8-TDI folgen, später auch eine Plug-In-Hybridversion mit 367 PS, die zunächst für China geplant ist.