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Honda CR-V Hybrid: E-Auto, das mit Benzin fährt 04.12.2018

Die mittlerweile fünfte Generation des Honda CR-V kommt neben zahlreichen Neuerungen auch erstmals mit einem Antriebs-Novum: einem Hybrid-Antrieb. Was er kann.


Die Honda-Ingenieure sind als Tüftler bekannt. Und da überrascht es wenig, dass man beim CR-V-Hybrid keinen üblichen Hybrid-Antrieb verbaut, sondern einen anderen Weg geht: Hier treibt ein 2,0-l-Benziner (nach dem Atkinson-Prinzip) mit 107 kW/145 PS einen Generator an. Der so generierte Strom wird an einen 135 kW/184 PS starken Elektromotor geschickt, der schlussendlich die Räder antreibt. Quasi ein E-Auto, das mit Benzin fährt.
Klingt aufwändig? Ist es auch - aber davon merkt man im Fahrbetrieb nichts. Der Vorteil: „So kann Strom generiert werden, wenn der Verbrenner-Motor in seinem effizientesten Bereich mit dem besten Wirkungsgrad läuft” erklärt Kotaro Yamamoto, Honda Technical Advisor, das Prinzip und vergleicht das gern mit einer Waschmaschine, die nächtens mit dem günstigen Nachtstrom wäscht.

Dadurch ergeben sich drei unterschiedliche Betriebsmodi: ein E-Modus für reine Stromfahrt bis maximal zwei Kilometer, ein Hybrid-Modus (in dem der Benziner die Lithium-Ionen-Batterie lädt) und ein Engine-Drive-Modus (bei ca. 80 bis 100 km/h, bei dem eine Überbrückungskupplung geschlossen wird und der Benziner allein antreibt, der E-Motor leistet nur Boost-Hilfe). Welcher Modus wann der beste und effizienteste ist, das entscheidet das iMMD-System (Intelligent Multi-Mode Drive) selbstständig und unauffällig.

Unser erster Fahreindruck bestätigt das: Das System kümmert sich bestens um die Fahrmodi und man genießt die Stille im Hybrid-Honda. Der ist ein komfortabler und leiser Gleiter, bei Volllast wirkt der knapp 1,7-Tonnen-SUV aber etwas gefordert, selbst im Sport-Modus. Dann wird er auch deutlich hörbar. Laut Papier soll der Hybrid-CR-V 180 km/h schnell sein, den Sprint von Null auf Tempo 100 soll er in rund neun Sekunden schaffen. Unterm Strich soll die Hybrid-Technik 20 bis 30 Prozent Einsparpotenzial im Vergleich zu einem herkömmlichen Antrieb bringen. Honda verspricht beim Hybrid-CR-V einen Schnittverbrauch von 5,3 bzw. 5,5 Liter für die 4WD-Variante (120 bzw. 126 g CO2/km). Bei ersten Testfahrten in Spanien arbeitete sich unsere Verbrauchsanzeige nach knapp zwei Stunden Fahrt mit einem Mix aus städtischem Umland und etwas Autobahn bis auf 6,1 Liter herunter, Tendenz fallend. Bei Bleifuß auf der Autobahn können es rasch deutlich mehr werden.

Im Vergleich zum „normalen“ CR-V muss sich die Hybrid-Version mit 497 Liter Kofferraumvolumen (statt 561 Liter) begnügen, maximal sind es bis zu 1064 Liter. Geräumig ist der 4,60 m lange SUV aber dennoch. Und noch etwas ist speziell: Der Hybrid-CR-V kommt ohne Schaltstock aus, die Fahrstufen D, N, R und P werden per Tasten eingelegt.
Und noch ein Hinweis für Baumarkt-Fahrer: Der Hybrid-Honda darf bis zu 750 kg (gebremst) an den Haken nehmen.

Marktstart des Honda CR-V Hybrid ist Ende Jänner, die Preise beginnen bei E 34.990,- (2WD) bzw. E 41.490,- (4WD), vier Ausstattungslinien „Comfort“, „Elegance“, „Lifestyle“ sowie „Executive“ stehen dabei zur Wahl.