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So werden Motoren zukunftsfit gemacht 28.04.2017

Wiener Motorensymposium: Intelligente und innovative Technologien für 
neue Aggregate aus USA, Europa und Japan.


Immer sparsamer und umweltfreundlicher, dabei dynamischer und zukunftsträchtiger: Moderne Verbrennungsmotoren beeindrucken Jahr für Jahr durch verbesserte Effizienz und gesteigerte Leistungsdaten. Dabei ist das vorhandene Verbesserungspotenzial noch lange nicht ausgereizt. Dank innovativer und intelligenter Technologien machen neueste Generationen von Verbrennungsmotoren das individuelle Verkehrs- und Transportmittel Auto fit für die Zukunft. Den aktuellen Stand der Technik demonstrierten Donnerstag Nachmittag beim Wiener Motorensymposium Beispiele neuer Entwicklungen aus den USA, aus Europa und Japan.

General Motors und der Flirt der Amerikaner mit dem Diesel
Nach 25 Jahren stieg General Motors im Jahr 2014 mit der Einführung des Chevrolet Cruze wieder in den Diesel-Pkw-Markt in Nordamerika ein. Mit der aktuellen Einführung des 1,6-Liter-Dieselmotors für den neuen Chevrolet Cruze 2017, den Equinox und den GMC Terrain setzt General Motors das Bekenntnis für Pkw mit Dieselmotoren in Nordamerika fort – mit positiven Reaktionen seitens der Kunden und Medien, und trotz der beträchtlichen Diesel-Kontroverse in den USA und anderswo, wie die GM-Manager Michael Siegrist und Dr. Giovanni Basso in ihrem gemeinsamen Vortrag feststellten.
Das neu entwickelte Dieselaggregat mit 1,6-l-Hubraum, 102 kW/137 PS Leistung, 325 Nm Drehmoment, Turbolader mit variabler Geometrie sowie Abgasrückführung erfülle die hohen Erwartungen der nordamerikanischen Kunden hinsichtlich Geräusch, Leistung und Fahrbarkeit, strengere Abgasstandards und On Board Diagnose, betonte Dr. Gallo. Mit seinem herausragend geringen Verbrauch von 52 MPG (Miles per Gallon) – umgerechnet 4,5 Liter pro 100 Kilometer – auf dem Highway konnte der neue Cruze heuer bereits den Titel als Amerikas sparsamster Personenwagen (ohne Hybridfahrzeuge und Elektroautos) einheimsen. Abgasseitig verfügt der neue Dieselmotor über einen Oxidationskatalysator, einen Partikelfilter und einen SCR-Katalysator zur Reduktion der Stickoxide.

Mercedes-Benz: 48-Volt-Elektrifizierung für deutlich geringeren Benzinverbrauch
Diesen neuen Motor haben die Entwicklungstechniker von Mercedes-Benz tatsächlich „auf die Reihe“ gekriegt: Der Sechszylinder-Ottomotor M 256 stellt die erste Benziner-Variante der neuen Reihenmotorenfamilie von Mercedes-Benz dar und löst damit seinen erfolgreichen Vorgänger in V-Bauweise ab, den M 276. Dabei übertrifft er das abgelöste Aggregat in allen Bereichen – ein beeindruckendes Beispiel, welche Fortschritte die Automobilindustrie bei der Weiterentwicklung der Verbrennungsmotoren zu erzielen in der Lage ist.
Wie Dipl.-Ing. Oliver Vollrath, Senior Manager der Daimler AG, bei der Präsentation des neuen High-Performance-Reihensechszylinders für die S-Klasse (3,0l, 270 bis 320 kW, 520 Nm) erläuterte, war es durch eine von Beginn an bei der Auslegung des Motors mitberücksichtigte 48V-Elektrifizierung sowie weitere innovative Maßnahmen möglich, trotz ambitionierter Performanceziele erhebliche Verbrauchseinsparungen zu erreichen. So zeige der riemenlose Motor durch die Verbindung eines 48V-integrierten Startergenerators, eines elektrischen Zusatzverdichters und eines leistungsfähigen Turboladers ein hervorragendes Ansprechverhalten über den gesamten Drehzahlbereich. Neben dem Einsatz der 48V-Komponenten umfasst das Technologieportfolio des innovativen Antriebs Bausteine wie einen variabel geregelten Ölkreislauf, ein intelligentes Wärmemanagement oder einen Ottopartikelfilter.
Mit der Kombination aus Downsizing, Reibungsmaßnahmen, Verbrennungsoptimierungen und 48V-Technologie könne im Ergebnis eine CO2-Absenkung von nahezu 20 Prozent auf 150 g CO2/km bei einer Leistungssteigerung um mehr als 15 Prozent gegenüber dem V6-Vorgänger ein Sechszylinder dargestellt werden, der sich verbrauchsseitig in Vierzylinderregionen bewege und sich bezüglich Leistung mit Achtzylindern messen könne, führte Dipl.-Ing. Vollrath aus.

Toyota: Wegweisende TNGA-Baureihe treibt Wirkungsgrad über 40 Prozent
Die CO2-Emissionen bis 2050 um 90 Prozent gegenüber dem Niveau von 2010 zu senken – mit dieser Herausforderung hat Toyota sich selbst ein mehr als ambitioniertes Ziel gesetzt. Und gleich damit begonnen, sich – bildlich gesprochen – die Ärmel hochzukrempeln. Die erste Aggregat einer wegweisenden Motorenbaureihe auf Basis von „Toyotas neuem globalen Architektur-Konzept“ (TNGA) wurde nun beim Wiener Motorensymposium präsentiert.
Der neue Reihen-Vierzylinder-Benzin-Saugmotor 2,5l ist der erste in Serie gefertigte TNGA-Motor. Es bietet im Vergleich zum Vorgängermodell einen um 16 Prozent reduzierten Kraftstoffverbrauch und gleichzeitig eine um zwölf Prozent höhere Beschleunigungsleistung.
Um die höhere spezifische Leistung bei geringerem Kraftstoffverbrauch und Abgasemissionen zu realisieren, war eine weitere Verbesserung der Verbrennung erforderlich, erläuterte Tadashi Toda, Project General Manager der Toyota Motor Corporation, in seinem Vortrag. Dazu wurden High-Tech-Maßnahmen wie ein lasergestützter Einlassventilsitz für ein verbessertes Taumelverhältnis und einen erhöhten Luftströmungskoeffizienten, sowie der Atkinson-Zyklus mit einer neuen elektrischen variablen Ventilsteuerung eingesetzt. Zudem reduzieren variable Kühl- und Schmiersysteme Kühl- und Reibungsverluste und damit den Kraftstoffverbrauch. Das neue Aggregat, so Tadashi Toda, erreicht einen thermischen Wirkungsgrad von über 40 Prozent und eine spezifische Leistung von mehr als 60 kW pro Liter Hubraum.