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Wasserwege des Zaren 03.02.2018

Die mittelalterliche Burganlage Kreml in Moskau beherbergt heute u. a. einen Amtssitz des Präsidenten.

Die St.-Basilius-Kathedrale begrenzt den berühmten Roten Platz.

Unter Unesco-Schutz: Die groß-
artigen Holzkirchen auf der Museums-insel Kischi im Onegasee.

Das schwimmende Hotel: Die MS Tschaikowsky

Russland ist immer eine Reise wert. Bei einer gemächlichen Flusskreuzfahrt ziehen die vielfältigen Facetten dieses größten Landes der Erde wie eine Filmkulisse vorbei.


Manchmal können Träume tatsächlich die Welt verändern – so geschehen am Anfang des 18. Jahrhunderts: Der russische Zar Peter der Große verwirklichte seinen kühnen Plan und ließ das sumpfige Gebiet im Delta der Newa trockenlegen. Dank zahlreicher Kanäle konnte hier eine Stadt entstehen. Und was für eine! Die prunkvollste weit und breit: St. Petersburg.
St. Petersburg im äußersten Westen Russlands erinnert mit seinen vielen Wasserwegen und 300 Brücken ein wenig an Venedig, mit seinen prachtvollen Boulevards mehr an Paris. Der Reichtum des Zaren hinterließ eindrucksvolle Spuren, allein im Zentrum gibt es bis heute 2300 Prachtbauten.
Die Liste der weltberühmten Sehenswürdigkeiten in St. Petersburg ist lang. Egal ob die Peter-und-Paul-Festung, St.-Isaak-Kathedrale, Blutskirche oder Eremitage – imposante Paläste säumen die Flussufer der Newa.


Die Eremitage ist zweifelsohne eines der bedeutendsten Museen der Welt. Etwas außerhalb in Puschkin warten der weltberühmte Katharinenpalast mit einer Rekonstruktion des nicht minder berühmten Bernsteinzimmers sowie westlich der Stadt der Peterhof inmitten einer prachtvollen Parkanlage – eines der sogenannten sieben Wunder von Russland.


Seinen zweiten Traum konnte Peter der Große hingegen nicht verwirklichen: Schon vor 300 Jahren wollte der große Herrscher von der Ostsee bis ans Schwarze Meer schippern und dazu die beiden Meere mit Flüssen, Seen und künstlichen Kanälen verbinden. Doch erst vor rund 80 Jahren wurde der 128 km lange Moskau(Moskwa)-Wolga-Kanal fertiggestellt. So ist 
nun die 1200 Kilometer lange Schiffsreise von St. Petersburg bis Moskau möglich.


Kaiserliche Landschaft und -Russlands Metropole. Gemächlich gleitet das Kreuzfahrtschiff MS Tschai-kowsky dahin – auf den Flüssen Newa, Swir, Wolga und Moskwa, durch die einsamen nordischen Waldlandschaften von Russisch-Karelien über den Ladoga- und Onegasee (die größten Süßwasserseen Europas) – und passiert Kanäle und Schleusen. Insgesamt elf Tage Flusskreuzfahrt, auch vorbei an herrlichen Kulturschätzen: wie etwa die uralte wohlhabende Kaufmanns-stadt Jaroslawl; Goritsy mit seinem 1397 gegründeten Kirillo-Beloserski-Kloster oder die Museumsinsel Kischi im Onegasee mit einzigartiger russi--
scher Holzbaukunst (Unesco-Weltkulturerbe).


Über Schleuse Nr. 7 und 8 des Moskwa-Wolga-Kanals gelangen wir in die 12-Millionen-Metropole. 27 Jahre nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion liegt über Moskau immer noch ein Hauch von Ostblockcharme – ganz besonders in den Vororten mit ihren heroischen Soldatendenkmälern und gigantischen Wohnblöcken. Das goldene – im wahrsten Sinn des Wortes – Herz Moskaus ist beim Kreml erreicht. Die aus dem Mittelalter stammende, mauerumgürtete 28 Hektar große Burganlage blendet mit den goldenen Kuppeln von zahlreichen Kirchen, Kathedralen, Palästen und Türmen. Heute ist der Kreml einer der Amtssitze des Präsidenten.


Gleich daneben liegt der berühmte Rote Platz: Wer ihn zum ersten Mal betritt, kommt aus dem Staunen nicht heraus: Er ist mit seiner gigantischen Größe überwältigend! An einem Ende wird er von der herrlichen St.-Basilius-Kathedrale mit ihren neun farbenfrohen Türmen überragt. Das Gotteshaus ist prachtvoll – erinnert aber doch ein wenig an Zuckerguss und ein knallbuntes Osterei.
Ungefähr in der Mitte des Roten Platzes steht eine lange Menschenschlange. Sie wartet geduldig darauf, Einlass in das Lenin-Mausoleum zu bekommen. Es ist erstaunlich, wie viele Menschen dem einstigen Regierungschef huldigen möchten.


Aber auch Stalins Erbe ist in der Stadt nicht zu übersehen. „Sieben Schwestern“ ist der verharmlosende Name von sieben gigantomanischen Hochhäusern im Stil des Sozialistischen Klassizismus. Sie überragen wie mahnende Riesen-Zeigefinger weit sichtbar die Metropole.
Doch nicht nur das Sowjet-Erbe regiert das Stadtbild: Da gibt es auch zahlreiche Boulevards mit prächtigen Bauten, dazwischen versteckt sich das eine oder andere historische Kleinod. Unvermittelt glänzen goldene Kirchtürme neben den Spiegelfassaden moderner Hochhäuser. Moskau ist genauso wie eine Kreuzfahrt von St. Petersburg in die Hauptstadt Russlands: voll Überraschungen und Kontraste.

 

Infos:

Flusskreuzfahrt „Städte der Zaren – auf Russlands Wasser­wegen von Moskau nach
St. Petersburg” (oder umgekehrt) auf der MS Tschaikowsky, 11 oder 12 Tage (Vollpension).
Termine zwischen 9. Mai und 2. September 2018, ab € 1.299,– (ohne Flug), gesehen bei KLUG Touristik: www.klugtouristik.com,
www.regina-rivercruises.com
Nähere Infos & Buchung: ARBÖ-Reisehotline unter 050-123-444