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Wir können es schaffen 30.08.2018

Mobilität 2030. Im Expertenbericht „Mobilität und Klimaschutz 2030” von ARBÖ und ÖAMTC zeigen unabhängige Fachleute aus Technik, Umwelt und Wirtschaft, wie wir die Mobilitätswende und das Klimaziel schaffen können.


BVerkehr um mehr als ein Drit- is 2030 muss Österreich seine CO2-Emissionen aus dem Pkwtel (36 Prozent) senken. Dass dies ohne Einschränkungen wie Fahrverbote oder Verteuerungen möglich sein kann, zeigt der Expertenbericht „Mobilität und Klimaschutz 2030“ von ARBÖ und ÖAMTC.

Anhand dreier Szenarien haben unabhängige Experten aus Technik, Wissenschaft, Umwelt und Wirtschaft untersucht, wie wir auch in Zukunft mobil bleiben können, Treibhausgase reduzieren können und welche Auswirkungen dies auf Autofahrer, Umwelt und Wirtschaft hat. Die zentrale Botschaft der Studie: Die angepeilte „Mobilitätswende“ ist schaffbar! Allerdings nur unter gewissen Vorgaben – aber nicht zum Nulltarif.

Die drei angenommenen Szenarien bis 2030 sehen wie folgt aus: Szenario eins geht von einer Fortführung der bisherigen Trends plus technologische Weiterentwicklung aus. Steuerliche Rahmenbedingungen bleiben hier weitestgehend gleich, es kommt zu keiner wesentlichen Verteuerung von konventionellen Antrieben. Bei Szenario zwei kommt eine „politische Restriktion“ durch Verbot der Zulassung von Verbrennungsmotoren ab 2030 zum Tragen, und Szenario drei geht von der Annahme aus, dass ein deutlich höherer Anteil alternativer Kraftstoffe zum Einsatz kommt.

#1. Fortschritt bringt 36 Prozent Einsparung. Bereits allein durch den technologischen Fortschritt in den nächsten zehn Jahren (modernere Fahrzeuge, saubere, effi zientere Motoren ...) wäre laut Expertenmeinung schon eine 28-pro zentige CO2-Reduktion möglich. Damit würde auch das fi xierte Ziel von 36 Prozent CO2-Absenkung (Pariser Klimaschutzabkommen) in greif bare Nähe rücken. Dabei geht man davon aus, dass reine Verbrennungsmotoren bereits ab 2023 nicht mehr die Mehrheit der Neuzulassungen ausmachen werden, ab 2030 wird ihr Anteil auf nur mehr ein Prozent zurückgehen. Dann sollen vor allem Hybridfahrzeuge den Löwenanteil stellen. Zusätzlich werden Plug-inHybridfahrzeuge die Ökobilanz verbessern, da diese dann bessere Batterien für größere Reichweiten besitzen und die elektrisch gefahrenen Kilometer steigen werden, erwartet Bernhard Geringer, Vorstand des Instituts für Fahrzeugantriebe und Automobiltechnik der TU Wien.

# 2. Verbrennungs-Verbot spart 42 Prozent. Deutlich mehr CO2-Einsparungen – nämlich 42 Prozent – würde das Szenario zwei bringen, aber auch mehr kosten: Wenn ab 2030 ausschließlich elektro- oder wasserstoffbetriebene Autos zugelassen werden dürfen, würde diese Strategie laut Dr. Christian Helmenstein vom Economica Institut für Wirtschaftsforschung den Staat bis dahin 16 Milliarden Euro kosten. 13 Milliarden davon fallen auf die Konsumenten.

„Dies wäre für den ARBÖ nicht hinnehmbar, dass die Kosten auf den Konsumenten abgewälzt werden“, so ARBÖ-Generalsekretär KommR. Mag. Gerald Kumnig, der auch den diskutierten Maßnahmen, wie Steuererhöhungen, Roadpricing, Citymauten, Fahrverboten, der Absenkung der allgemeinen Tempolimits und der Abschaffung der Großen Pendlerpauschale, ablehnend gegenübersteht. „Eine sinnvolle und machbare Mobilitätswende muss auch die Wertschöpfung und Arbeitsplätze sichern und die notwendige individuelle Mobilität für sozial Schwächere gewährleisten“, so Kumnig weiter.

#3. Größtes Potenzial bei eFuels. Das größte Sparpotenzial würde Annahme drei mit sich bringen. Um bis zu 89 Prozent könnten sich die CO2-Emissionen beim breiten Einsatz von alternativen bzw. synthetischen Kraftstoffen verringern.

Der Treibstoff wird hier aus Holz oder Stroh produziert bzw. aus Überschüssen bei der Erzeugung von Wind- und Solarstrom gewonnen und zur Produktion von Wasserstoff verwendet. Allerdings sind dabei die Herstellungskosten nicht unerheblich: 0,7 bis 1,2 Euro pro Liter.

Doch was die Umwelt freut, bringt den Finanzminister in Zugzwang. Denn laut Helmenstreit werden bei den betrachteten Annahmen die Steuereinnahmen deutlich zurückgehen: schon beim konservativen Szenario 1 von derzeit 4,6 Mrd. Euro auf 3,8 Mrd. Euro (minus 17 Prozent). Auch bei restriktiven Maßnahmen würden dem Staat 7,31 Milliarden Euro an Steuereinnahmen entgehen.

Conclusio: Nichts ist umsonst. Die Mobilitätswende ist zu schaffen, wird aber einen Aufwand in Milliardenhöhe mit sich bringen.