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Kleinwagen-Vergleich: Ford Fiesta und Seat Ibiza 24.11.2017

Kleiner ist feiner. Ford Fiesta und Seat Ibiza sind zwei der gelungensten

Vertreter der neuen Kleinwagen-Generation und alles andere als Langeweiler.


"Nimm ihn mit, lass ihn da" – Peter Roseggers klassisches Re genschirmdilemma auf die Autowelt umgelegt heißt Seat Ibiza oder Ford Fiesta. Vor die Wahl gestellt, teilte sich die Meinung innerhalb der Redaktion wie bibelgeschichtlich das Meer. Ein Vergleichstest also, der trotz unterschiedlicher Stärken keinen klaren Sieger hervorbringen konnte.

Dafür aber die Erkenntnis: Hier stehen zwei der gelungensten Vertreter der neuen Generation von Kleinwagen, die eigentlich längst keine Kleinwagen mehr sind, sondern locker die Viermeter-Längenmarke knacken und in Richtung Universalmobil konstruiert sind, mit dem man in urbanen Räumen ebenso leben kann wie auf Autobahn-Etappen.

Downsize-Dreizylinder-Benziner mit einem runden Liter Hubraum und hurtigen 115 PS (Ibiza) sowie 125 PS (Fiesta) sorgen in Verbindung mit sechs manuell zu schaltenden Gängen und geringem Gewicht für ausgesprochen flottes Vorankommen. Nutzt man dieses Leistungspotenzial, kann man auf kurvigen Strecken viele „Große“ ärgern, aber dafür auch fleißig tanken: Mit fröhlichem Gasfuß werden die Normverbrauchsangaben zur Lachnummer, ist die Siebenlitermarke allemal zu überspringen. Dazu verführen auch die sehr guten, unproblematischen Fahreigenschaften und Bremsen, wobei sich der Fiesta im Einlenkverhalten noch um eine kleine Spur satter und exakter anfühlt und bei höheren Geschwindigkeiten im Innengeräusch etwas besser gedämpft wirkt.

Innen. Auch in der Gestaltung der Armaturenlandschaft hat Ford beim Fiesta endlich Schluss gemacht mit der Knopferl-Schistlerei früherer Modelle und ein modernes Bedienungsumfeld mit einem bestens im Blickfeld liegenden Touchscreen geschaffen.

Den Überraschungseffekt kann der Ibiza nicht bieten, seine Bedienelemente waren immer schon klar und logisch zum Losfahren ohne Bedienungsanlei tung geeignet, und daran hat sich nichts geändert.

Die Stunde des Ibiza schlägt zweifellos, wenn die Raumökonomie zum Thema wird. Dank der neuen modularen Querbauplattform, die auch der Konzernbruder Polo nutzt, geht es vor allem auf den Rücksitzen und im Fassungsvermögen des Kofferraums deutlich großzügiger zu als im Fiesta (355 l beim Ibiza, 292 l beim Fiesta). Letzteren gibt es übrigens auch in einer zweitürigen Ausführung, während der Ibiza grundsätzlich mit vier Türen ausgeliefert wird.

Bei der Ausstattung ist natürlich gerade bei den Einstiegsmodellen der enorme Kostendruck spürbar. Unsere Testautos waren da schon in der gehobenen Abteilung, hatten alle wesentlichen Features und Assistenten für die Sicherheit und zur Lebenserleichterung mitbekommen, fehlende BeifahrerHaltegriffe einmal ausgenommen. Je nach Wahl der Extras insgesamt ein kleiner Preisvorteil für den Ibiza.

Fazit. Es bleibt unterm Strich also eine reine Geschmacksfrage, welchen man mitnimmt und welchen man dalässt, der Verkaufserfolg ist trotz dichter Konkurrenz in dieser Klasse sowohl Ford als auch Seat sicher.


Ford Fiesta € 18.500,–

Motor: R3-Turbobenziner, 998 ccm
Leistung: 92 kW/125 PS
L/B/H: 4040/1734/1476 mm
Testverbrauch: 7,4 l/100 km
MVEG-Verbrauch**: 5,4/3,6/4,3 l/100 kmCO
2-Emission: 98 g/km
Spitze; 0–100 km/h: 195 km/h; 9,9 s
Anhängelast gebr./ungebr.: 1000/580 kg


ARBÖ-Fazit:

Plus: Fahrgefühl, Verarbeitung, Fahrleistungen.
Minus: Vergleichsweise kleiner Kofferraum.


Seat Ibiza € 18.390,–


Motor: R3-Turbobenziner, 999 ccm
Leistung: 85 kW/115 PS
L/B/H: 4059/1780/1444 mm
Testverbrauch: 7,3 l/100 km
MVEG-Verbrauch komb.: 4,7 l/100 kmCO
2-Emission: 1408 g/km
Spitze; 0–100 km/h: 195 km/h; 9,3 s
Anhängelast gebr./ungebr.: 1100/570 kg


ARBÖ-Fazit:


Plus: Raumangebot, Fahrverhalten.
Minus: Kein Beifahrerhaltegriff, Navi etwas zu tief.