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VW Golf: Der glorreiche Sieben 21.02.2017

VW modernisierte den Bestseller Golf mit viel Feingefühl: außen dezent, technisch dafür gründlich.


Nach vier Jahren auf dem Markt war es für Volkswagen höchste Zeit, die siebte Generation ihres ewigen Bestsellers ein wenig aufzufrischen. Schließlich läuft alle 40 Sekunden irgendwo auf der Welt ein Golf vom Montageband – und damit das auch so bleibt, standen ein paar Modernisierungen an. Um die zu erkennen, muss man aber ein wenig genauer hinsehen.
Optisch hat sich am liebsten Auto der Österreicher (auch bei uns hält sich der Golf seit über 30 Jahren an der Spitze der Zulassungsstatistik) nämlich kaum etwas verändert. Die Schürzen vorne und hinten haben ein paar Konturen zugelegt, die Farbpalette zeigt sich aufgefrischt und am augenscheinlichsten sind noch die neuen Scheinwerfer: Gegen Aufpreis und bei den besser ausgestatteten Versionen (GTD, GTI etc.) strahlen diese nun komplett mit LED-Technik. Xenon hat hiermit endgültig ausgedient, und damit das Heck dem in Nichts nach steht, verfügen die Heckleuchten sogar serienmäßig über Leuchtdioden und ein völlig neues Design.

Wie gut der Golf Nummer sieben an sich schon war, zeigt sich an der Tatsache, dass an Fahrwerk und Lenkung nichts geändert werden musste. Auch die Dieselmotoren (90 bis 184 PS) beließ man unverändert im Programm und konzentrierte sich dafür lieber auf die Benziner-Palette: Ab sofort bildet der Dreizylinder-Turbomotor aus dem up! die Einstiegsvariante mit 86 PS. Für 1680 Euro Aufpreis gibt es zudem eine Variante mit 110 PS – also genau so viel, wie der allererste GTI von 1976 auf die Kurbelwelle stemmte. Eine Stufe höher kommt gleich ein komplett neu entwickelter Vierzylinder zum Einsatz: Der 1,5 TSI löst den 1,4 TSI ab und leistet in erster Ausbaustufe 150 PS, die in Österreich aber nicht angeboten wird. Erst die BlueMotion-Ausführung mit 130 PS (ab Juni) nimmt der Importeur ins Programm auf. Die Werte klingen jedenfalls vielversprechend: Laut Werk soll dieser 1500er nur 4,6 Liter Benzin im Schnitt verbrauchen.
Der Plug-in-Hybrid GTE zeigt sich unverändert, der e-Golf hingegen erstarkte auf 136 PS und verfügt nun über eine Reichweite von 300 Kilometern nach NEFZ-Zyklus. An der Spitze der Palette legten die Ingenieure ein paar PS nach: Der normale GTI leistet statt 220 nun 230 PS, der GTI Performance 245 PS, also gleich 15 Pferde mehr bisher. Das Topmodell, der allradgetriebene Golf R, erfuhr ebenso eine sanfte Leistungskur auf 310 PS. Stichwort Spritersparnis: 0,3 Liter soll allein das neue Siebengang-Doppelkuppungsgetriebe einsparen, das die betagte Version mit sechs Fahrstufen ablöst.

So dezent die äußeren Änderungen ausfielen, so gravierende krempelte VW den Innenraum um: Neben frischen Stoffen und edleren Materialien verfügt jeder Golf ab Werk nun über einen Touchscreen im Armaturenbrett, über den vom Radio bis zum optionalen Navigationssystem alles gesteuert werden kann. Nur die Klimaanlage ist über eine eigene Bedieneinheit separat zu regeln. Das eigentliche Highlight dieser Modellpflege ist aber das Topmodell der Radios namens Discover Pro: Dieses verfügt nicht nur über einen 9,2 Zoll großen Touchscreen, sondern auch über eine Gestensteuerung. Das ist eine echte Premiere in der Kompaktklasse: Um zwischen den Menüs zu wechseln, reichen simple Handbewegungen vor dem Display. Bereits bekannt aus anderen Konzernprodukten hingegen ist das Active Info Display. Dabei handelt es sich um ein volldigitales Display, das Tachometer und Drehzahlmesser ersetzt. Sein Vorteil: Was angezeigt werden soll, kann nahezu nach persönlichem Belieben konfiguriert werden.

Bei den Händlern steht der aufgefrischte Golf ab sofort, die Preise starten bei 19.590 Euro für den 86-PS-Benziner, bei 21.880 Euro für die Diesel. Allrad ist erst ab dem 150-PS-Diesel verfügbar und kostet mindestens 30.980 Euro.