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Hyundai Santa Fe 07.11.2018

Sehr gepflegt auf Level 6


Der legendäre Santa Fe Trail, untrennbar verbunden mit der Eroberung des „Wilden Westens” im frühen 19. Jahrhundert, war eine mühsame Sache. Mit Lasttieren und Planwagen monatelang durch unwirtliche Gegenden.
Platz & Komfort. Da haben es Hyundai-Kunden, die sich für den neuen Santa Fe entscheiden, schon wesentlich komfortabler: Platz bis zum Abwinken, sogar in der dritten Reihe lebt man im Siebensitzer menschenwürdig. In der getesteten Fünfsitzer-Version mit verschiebbarer Rücksitzbank residiert man großzügig auf Leder, vorne flüstert ein 2,2-l-Vierzylinder-Diesel (Euro 6d-Temp), der für Autobahntempo 130 gerade einmal 2000/min anlegt, vorgegeben von einer grandios sanften 8-Gang-Wandlerautomatik, bei 200 PS und 440 Nm Drehmoment. Damit wird man im Normalbetrieb die serienmäßigen Schaltpaddles kaum brauchen, aber wenn einem nicht leid ums Auto ist, kann der Santa Fe auch Offroad dank variablem HTRAC-Antrieb mit bis zu 50:50-Kraftverteilung zwischen Vorder- und Hinterrädern, und sogar Bergabfahrhilfe ist an Bord.
Fahrmodi von „Comfort” über „Smart”, „Eco” bis „Sport” wirken spürbar auf Fahr- und Lenkverhalten und den Fahrer umzingelt ein Heer von hilfreichen Elektronik-Helfern: 360-Grad-Kamera, Einstiegsassistent (Fahrersitz fährt automatisch zurück und dann wieder nach vor, damit Wohlgenährte nicht mit dem Baucherl am Lenkrad streifen), Ausstiegsassistent mit Warnton und Türverriegelung, wenn sich ein Fahrzeug von hinten nähert, Querverkehrswarner, Spurhalte-, Totwinkel-, Notbremsassistent, adaptiver Tempomat, Navi, Head-up-Display, Verkehrszeichenerkennung, volle Connectivity, USB-Anschlüsse – alles da.
Kaffeepause. Und der König der piepsenden Nervtöter ist der Müdigkeitswarner, der einen in der Werkseinstellung alle zehn Minuten auf einen Kaffee ins Wirtshaus schicken will. Fein, dass man ihn wie vieles andere auch deaktivieren kann. Und als besonderen Gag gibt es auch noch einen Ultraschallsensor für Insassenalarm, falls man beim Aussteigen in einem leichten Anfall von Zerstreutheit Kind oder Hund auf dem Rücksitz vergisst.
Nobles Interieur. Innen dominiert ein Lounge-Charakter mit beheiz- und belüftbaren Vordersitzen, der Fahrgeräuschpegel ist auffallend niedrig und die markentypische Hyundai-Armaturenarchitektur mit dem frei stehenden Monitor gibt sich weitgehend rätselfrei.
Da ist längst nichts mehr übrig vom Billig-Umfeld der frühen Jahre, das ganze Auto wirkt und fährt sich gelassen solide, und auch bei den Ausstattungsvarianten setzt Hyundai auf Transparenz: Statt Fantasienamen und Paketen gibt es schlichtweg „Levels”, also Ausstattungsebenen. Auf Level 6 als höchster Ebene wie bei unserem Testwagen ist schlichtweg alles drin und dran, und das kostet dann in der fünfsitzigen Variante E 60.290,- Listenpreis, wobei der Einstieg in die Santa-Fe-Welt mit durchaus solider Grundausstattung auf Level 3 schon ab E 39.990 (2 WD) möglich ist.
Kein Schlucker. Dass der knapp zwei Tonnen schwere Santa Fe in 9,4 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigt und 205 km/h Höchstgeschwindigkeit erreicht, sei zwar erwähnt, in der Praxis über-
zeugt er aber als flotter komfortabler Gleiter und begnügt sich mit einem realistischen Verbrauch von 7,5 Litern Diesel, was bei 71 Liter Tankvolumen (AdBlue-Tank 18 Liter) eine sehr ordentliche Reichweite ergibt.
Nicht zu vergessen: Fünf Jahre Garantie und zweijährige Wartungsintervalle zeigen Hyundais Vertrauen in die eigenen Qualitätsmaßstäbe.


Hyundai Santa Fe Level 6 CRDI 4WD AT, 60.290 Euro

Motor: 2,2 Liter CRDi  Diesel,
Leistung: 147 kW/200 PS, Ad Blue, Euro 6 d temp
Kraftübertragung: 4WD, Achtgang-Wandlerautomatik
L/B/H: 4770/1890/1703 mm (Breite ohne Außenspiegel)
Testverbrauch: 7,5 Liter/100 km
MVEG-Verbrauch: 6,3/7,5/5,6 l/100 km
CO2 Emission: 164 g/km
Fahrleistungen: 0-100 km/h; Spitze: 9,4 sec; 205 km/h
Kofferraumvolumen: 625/1695 Liter
Anhängerlast ungebr./gebr.: 750/2000 kg

 

ARBÖ-Fazit:
Plus:  Vollaustattung, Notbremsassistent sogar bei Rückwärtsfahrt, in Anbetracht von Größe und Leistung günstiger Verbrauch.
Minus: Navi-Schwäche bei Adressenfindung (z.B. in der Südsteiermark), hyperaktiver Müdigkeitswarner.