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Spanischer Liebling 14.07.2017

Seat Ateca. Das erste spanische SUV entwickelte sich in kurzer Zeit zum Verkaufsschlager. Optik, Qualität und Preis stimmen. Wirklich? Wir starten zum Dauertest.


Kennen Sie Penélope Cruz oder Enrique Iglesias? Diese hübschen Spanier sorgen bei Auftritten stets für verdrehte Köpfe und Begeisterung.

Nicht weniger Griss gibt’s um einen anderen Spanier: den Seat Ateca. Gut Ding braucht bekanntlich Weile. Und so ist es zwar schade, dass sich Seat mit dem Marktstart seines ersten SUV etwas Zeit gelassen hat, andererseits ist es aber nicht immer ein schlechtes Zeichen, wie man aus VW-Vergangenheit weiß. Erst einmal ansehen, wie es die anderen machen, um dann später ein stimmiges Produkt auf den Markt zu bringen. Und siehe da – es funktioniert. Bereits vergangenen Herbst, als sich der Seat Ateca gleich bei seinem Marktstart den Großen Österreichischen Automobil-Preis des ARBÖ abholte, wurde dem kompakten Spanier eine glanzvolle Zukunft prognostiziert. Eigentlich ist er ja kein waschechter Spanier, er rollt nämlich im tschechi schen Skoda-Werk Kvasiny vom Band.

Der Ateca betritt perfekt geschneidert die Bühne und trifft punktgenau den Breitengeschmack. Dazu bietet er ein recht passables Platzangebot, ausgereifte Technik auf dem letzten Stand sowie faire Preispolitik. Da sollte eigentlich nicht viel schiefgehen.

Und wie man an den mehrmonatigen Lieferzeiten erkennen kann - fragen Sie doch mal beim nächsten SeatHändler, läuft’s gerade wirklich gut bei der spanischen VW-Tochter.

Agil. Trotz der großen Nachfrage konnte uns der heimische Importeur einen Diesel-Ateca in Reflexsilbermetallic und Xcellence-Ausstattung plus Allradantrieb und einigen Extras für einen Freie-Fahrt-Dauertest bereitstellen. Befeuert von einem 2.0-TDI-Motor mit 110 kW/150 PS. Übrigens bei Kunden die beliebteste Variante.

Was können wir nach den ersten Kilometern sagen? Der Ateca hält keine wirklichen Überraschungen bereit.

Alles funktioniert intuitiv, man findet sich sofort zurecht. Er zeigt sich südländisch temperamentvoll und ist derzeit sicher eines der agilsten SUV am Markt. Der 150-PS-Diesel hat mit den 1,5 Tonnen des Ateca kaum Probleme.

Leichtfüssig, handlich, knackig, dem Komfortliebhaber manchmal, aber auch eine Spur zu polternd. Okay, der Diesel ist ein bisserl brummig, dafür zieht er kultiviert und gleichmäßig. Dazu exakte Lenkung und präzise 6-Gang-Schaltung.

Innen trifft man auf gewohnt solide Arbeit und ein ordentliches Platzangebot. Die vorderen optionalen Sportsitze sind angenehm straff, und  Kopf und Bein. Die im Vergleich zu Bruder Tiguan um 13 cm reduzierte Gesamtlänge spürt man am ehesten im Heck: 485 Liter Stauraum sollten für eine Kleinfamile dennoch in den meisten Fällen reichen, das werden die nächsten Tests zeigen.

Der Spanier sorgt jedenfalls für auffallend großes Interesse. An der Tankstelle, im Freundeskreis, beim Einsteigen – meist dieselbe Frage. Wie man zufrieden sei? Und dass er mit hoher Wahrscheinlichkeit das nächste Auto werden wird oder schon bestellt sei. Aber die Lieferzeiten – Sie wissen ja!


Seat Ateca 2,0 TDI 4x4 € 34.090,–

Motor: R4-CR-Turbodiesel, 1968 ccm
Leistung: 110 kW/150 PS
Drehmoment: 340 Nm bei 1750–3000/min
Antrieb: 6-Gang-Schaltgetriebe, Allrad
L/B/H: 4363/1841/1601 mm
Eigen-/Gesamtgewicht: 1548/2100 kg
Kofferraum: 485–1579 l
0–100 km/h; Spitze: 9,0 s; 196 km/h
Anhängelast gebr./ungebr. 750/2000 kg
Testverbrauch: 5,9 l/100 km
MVEG-Verbrauch komb.: 5,1 l/100 km
CO2-Emission: 129g/km


ARBÖ-Fazit:

Plus: Handlich, agil, angenehme Platzverhältnisse, solide verarbeitet, schicke Optik, fairer Preis.

Minus: Etwas brummiger Dieselmotor.