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Kein Sprint, sondern ein Marathon 21.11.2016

BMW widmete sich beim Urban Mobility Symposium 2016 der zukünftigen Mobilität in den Städten.


Wie ändern sich Gesellschaft, Wirtschaft, Lebensbedingungen und damit die Mobilität in den nächsten Jahrzehnten? Welche Möglichkeiten eröffnen die neuen Technologien? Wie wirken sich Digitalisierung und Konnektivität auf unsere Bedürfnisse aus?
Diese Fragen diskutierten unlängst namhafte Designer, Trendsetter, Architekten, NGOs, Gemeindevertreter, BMW-Experten und Universitätsprofessoren anlässlich des „Urban Mobility Symposiums” von BMW im italienischen Florenz.
Alles sehr komplexe Themen. Derzeit gibt es 36 Megacities auf der Erde, also 36 Metropolregionen mit mindestens zehn Millionen Einwohnern (Stand 2016), Tendenz steigend. Die größten acht davon alle in Asien. Wenn man sich neben den Menschenmassen die Luftqualität solcher Megastädte ansieht, wird einem Angst und Bang. Dicker Smog, grauer Himmel und Atemwegserkrankungen gehören zur Tagesordnung. Hier möchte man ungern seinen Lebensmittelpunkt haben.
Dies zum Anlass sind dringend Lösungen gefragt. Neue Mobilitätsformen wie Elektromobilität, Carsharing oder Autonomes Fahren können neue Chancen bringen.
Da für immer mehr Jugendliche, besonders in Städten, der Stellenwert eines eigenen Autos sinkt, rücken besonders Carsharing-Modelle bzw. autonom fahrende Fahrzeuge stärker in den Focus. Ein wichtiger Ansatz für künftige Shared-Cars, also kurzzeitgemietete Autos, ist laut Experten aber die Möglichkeit der Individualisierung. Wer sein Carsharing-Auto per Smartphone ordert, will es auch nach den eigenen Vorstellungen konfiguriert vorfinden. Da geht es um persönliches Design, Innenambiente und ähnliches. BMW zeigt dies am Mini-Konzept der Zukunft, Stichwort „My Mini”, das den User schon von außen namentlich begrüßen kann.
Auch die Politik, so waren sich die Experten anlässlich des Symposiums einig, müsse künftig mitspielen und z. B. Shared-Cars fördern, sei es durch Parkkosten-Befreiung oder ähnliches.
Auch beim Design könnten künftig neue revolutionäre Wege gegangen werden. Wie werden die Autos in Zukunft hergestellt? Irgendwann können Pressen, die Hunderttausende von Stahlteilen ausstanzen, überholt sein - die Verwendung von Kohlenstoff ist ein erster Schritt. Techniken wie Rapid Manufacturing und 4D Printing (beim 4D-Druck nehmen 3D-Objekte eine neue Gestalt an, nachdem man diese mit einem bestimmten Medium, z. B. Wasser, in Verbindung bringt) produzieren in Zukunft nicht Komponenten oder Objekte, sondern intelligente, vernetzte Materialien die konventionelle Werkzeuge ersetzen könnten. Schwer vorzustellen, welche Möglichkeiten das für Design und Entwicklung bedeutet.

Dass sich diese Probleme und Ideen nicht kurzfristig lösen und umsetzen lassen, liegt auf der Hand. Die Mobilität von Morgen ist eben kein Sprint, sondern ein Marathon – darin waren sich die Experten am Podium einig.
Der Experten-Tenor geht jedoch eindeutig in eine Richtung: Mobilität müsse in Zukunft vielseitig werden, mit maßgeschneiderten Dienstleistungen. Speziell Autohersteller müssen hier ihre Strategien von „Automobile” zu „Automobility” ändern. Eine immer größere Rolle dabei wird die Konnektivität spielen, in Zukunft wird alles miteinander verbunden sein und untereinander kommunizieren können.