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Bullis großer Bruder 15.05.2019

Enge Dörfer, steile Schluchten: Im neuen VW Grand California unterwegs im bergigen Hinterland von Gran Canaria.

Kurvig: Das Hinterland von Gran Canaria lockt mit tollen Ausblicken und bietet viel Natur zum Wandern und Biken.

Schöner Wohnen: Praktische Lösungen und wertige Verarbeitung im neuen VW Grand California.

Camping-Frühstück im Freien.

Erste Campingtage im brandneuen VW Grand California auf 
Gran Canaria. So fährt er sich, so nobel kann man darin wohnen.


Campen liegt im Trend – immer mehr Urlauber wollen in den Ferien unabhängig sein, die Natur genießen und leben nach dem Motto „Gaskocher statt Frühstücksbuffet“. Diese Freiluftpassion reicht vom ein--
fachen Campen im Zelt bis zum „Glamping“ im Luxus-Wohnmobil.
Wo wir schon beim Thema wären. Wer an einen Campingbus denkt, denkt automatisch an einen VW-Bus. Genießt der „normale“ VW California bereits Kultstatus unter den Campern, bringt VW nun mit dem großen Bruder „Grand California“ auf Basis des Crafter einen Neuzugang im Segment der XL-Camper. Die Vorteile: Der große California ist ein vollwertiges Reisemobil, sogar mit Dusche und WC und bietet deutlich mehr Wohn- und Lebensraum bei noch „kompakten“ Außenmaßen. VW lud eine kleine Gruppe ausgewählter Journalisten zu ersten Fahrtests mit dem brandneuen Camper nach Gran Canaria, Freie Fahrt war mit dabei. So brandneu, dass wir mit ersten Vorserienmodellen unterwegs waren.


Die Kanareninsel ist für ihre tollen Badestrände bekannt. Aber auch das bergige Vulkanstein-Hinterland ist von bezaubernder Schönheit und ein Paradies für Wanderer und Biker. Für Campingfreunde ist Gran Canaria mit seinem ganzjährig milden Klima genau das Richtige. Lediglich die Anreise auf eigener Achse ist naturgemäß aufwendiger.


Kurvig. So enge Bergstraßen wie hier sind normalerweise nicht das bevorzugte Revier eines Sechs-Meter-Womos. Aber der VW macht seine Sache gut. Mit seinen 177 PS zieht der 2,0-l-Diesel den Riesenbulli erstaunlich flott den Berg hoch. Wenn wir den Blick zu lange schweifen lassen, greift der Spurhalte-Assistent (Serie) gelassen ein. Und auch ein Seitenwind-Assistent ist -optional zu haben.
Komfortabel in allen Situationen zeigt sich dabei die 8-Gang-Automatik. Pkw-like kurven wir die unzähligen Serpentinen und Kehren hinauf zu unserem ersten Camp am malerischen Stausee Presas de las Ninas – diese Leichtigkeit hätten wir dem Grand California nicht zugetraut. Dieser künstliche See ist von kanarischen Kiefern umgeben, eine soll sogar über 400 Jahre alt sein. Zahlreiche Wanderwege führen am See vorbei, manche mit grandioser Fernsicht. Für heute unser Schlafplatz. Und wie wohnt es sich im großen VW? Beim Einsteigen fährt gleich die Trittstufe elektrisch aus – nobel. Im Wohnraum dominiert klares, weißes Design – vielleicht nicht jedermanns Geschmack, aber sauber und praktisch. Hinter den drehbaren Vordersitzen die Halbdinette (Rückbank mit Isofix-Halterungen), dahinter eine relativ geräumige Nasszelle (83 x 83 cm) mit Klappwaschbecken, Spiegelschrank, Dusche und WC. Ein Bewegungsmelder steuert das Licht im Bad. Ist zwar hilfreich, bei nächtlichen Touren aber schon sehr hell. In der Küche kann man zwar nur schwer ein Fünf-Gänge-Menü für vier zaubern, aber das Notwendigste ist vorhanden: zweiflammiger Gaskocher, Spüle, herausziehbarer 70-l-Kühlschrank inkl. Gefrierfach sowie Staufächer.
Intuitiv und modern über Touchscreen erfolgt die Regelung von Heizung/Wasser und Fahrzeugeinstellungen – gefällt! Überhaupt punktet der Grand California mit wertiger Verarbeitung, wenngleich für die Serie noch dort und da ein wenig nachgebessert werden muss.


Zwei Größen. Angeboten wird der Grand California in zwei Längen (600 und 680 cm). In der kurzen Variante wird hinten quer geschlafen (1,93 x 1,36 m). Wobei ich 1,90-Lulatsch im Heck dann doch besser diagonal ruhe. Das herausziehbare vordere Hochbett ist eher Kids zu empfehlen.
Was uns gefällt: Neben den zwei großen Dachluken (Front und Heck) die Tatsache, wie elegant zwei Camping-sessel und ein Klapptisch in der Hecktür verstaut werden können.
Am nächsten Tag geht’s weiter über malerische Bergstraßen zum Tamadaba Nationalpark im Westen der Insel, der mit üppigen Kiefernwäldern und schwindelerregenden Klippen aufwartet. Wir genießen den Sonnenuntergang am Rande einer Klippe mit Blick auf den Teide auf der Nachbarinsel Teneriffa und sind dabei sogar höher als die Wolken – ein toller Platz zum Träumen.
Schade nur, dass die vielen Reiseträume mit dem Grand California nicht für einen Urlaub reichen werden ...

 

 

Fahrzeuginfos VW Grand California 600/680.

2.0 TDI, 130 kW/177 PS, Front-antrieb, optional Allradantrieb.
Länge: 6,0 m/6,80 m; Höhe: 2,97 m /2,84 m. Serie: Luftstandheizung, Wasserzusatzheizung, elektr. Luft-
zusatzheizung, Rückfahrkamera, Front-Assist, 110-Liter-Frischwassertank, 90-Liter-Abwassertank; Außendusche. Preis: noch nicht fix, voraussichtlich ab ca. EUR 70.000,–.

Plus: Fahrgefühl, Handling, viele praktische Details, Dimmlicht.
Minus: Hoher Einstieg ins Heckbett, Lichtsensor im Bad, fummelige 
Verdunkelung für die Windschutzscheibe.