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KR Mag. Gerald Kumnig, ARBÖ-Generalsekretär

Wege zum Ziel

Das Mantra der E-Mobilität
als Heilsweg zur lokalen Emissionsfreiheit ist allgegenwärtig, angesungen von der Politik, verbreitet von Medien, aufgenommen von der Autoindustrie, die „Vollelektrisches“ in allen Klassen ankündigt, weil ihr auf Grund gesetzlicher Vorgaben auch gar nichts anderes übrig bleibt.

So stehen wir – ungeachtet der Tatsache, dass die Hersteller auch 2018 mit großartigen Verkaufszahlen konventionell angetriebener schadstoffarmer Neuwagen aufwarten – ganz sicher vor dem größten Wandel der Mobilität seit vielen Jahrzehnten. Und auch die Endverbraucher, bisher noch sehr zurückhaltend, werden sich diesem Wandel nicht dauerhaft entziehen können. Wir als ARBÖ verschließen uns keineswegs neuen Formen der Mobilität, aber wir sind unseren Mitglieder gegenüber verpflichtet, auch auf Defizite, strukturelle Mängel, bestehende Probleme und noch zu schaffende Voraussetzungen hinzuweisen, die in der allgemeinen E-Euphorie konsequent verschwiegen oder klein geredet werden.

Objektive Informationen dazu finden Sie auch in der aktuellen Ausgabe unseres ARBÖ-Klubmagazines Freie Fahrt. Als Entscheidungshilfe für Ihren Weg zum Ziel einer umweltbewussten Mobilität.

Mit den besten Wünschen für das Weihnachtsfest und ein unfallfreies neues Jahr

Dr. Peter Rezar, ARBÖ-Präsident

Ja zur Mobilität!

Das Jahr 2018
und somit das erste Jahr meiner ARBÖ-Präsidentschaft geht dem Ende zu, und mit dem Großen Österreichischen AutomobilPreis haben wir auch in seiner 35. Auflage einen viel beachteten Höhepunkt gesetzt. Das hohe Interesse daran spiegelt auch den unglaublichen Wandel, in dem sich die gesamte Mobilität derzeit befindet.

Ich darf dazu festhalten, dass wir im ARBÖ den Zugang zu individueller Mobilität auch in Zukunft als wesentliche Voraussetzung für die ganze Bandbreite von Freiheit, Lebensgestaltung und wirtschaftlicher Prosperität betrachten.

Diese Überzeugung werden wir auch in Zukunft in Gesellschaft, Politik und Wirtschaft vertreten und gleichzeitig alle Entwicklungen fördern, die Mobilität so umweltverträglich, so erschwinglich und so sicher wie nur möglich machen. Dafür investieren wir auch in Schulung und Ausrüstung unserer Mitarbeiter für den Umgang mit der neuen Vielfalt von Antriebssystemen, investieren in neueste Geräte und Standorte. Als Beispiel dafür sei hier das neue Schwerpunktprüfzentrum Saalfelden (1,7 Mio. Euro) genannt, das im Frühjahr 2019 seine Tätigkeit aufnehmen wird.

So bleiben mir an dieser Stelle nur noch der Dank an unsere treuen Mitglieder, die der Stimme des ARBÖ das nötige Gehör verschaffen, sowie die besten Wünsche für ein friedliches Weihnachtsfest und ein glückliches, unfallfreies neues Jahr.

Mario Ehrnhofer, FreieFahrt Chef-Redakteur

E-Autos werden stärker und die Reichweiten größer. Auch ihr CO2-Rucksack.

Schneller, stärker, weiter. Die Maxime aus der Sportwelt scheint langsam auch die Elektromobilität zu prägen. Die neuen Elektrostars wie beispielsweise ein Audi e-tron oder Mercedes EQC glänzen mit viel Power, atemberaubender Beschleunigung und hohen Reichweiten. Dies erfordert aber eines: größere, leistungsstärkere Batterien.

Es scheint, als würde die Emotion hier wieder die Vernunft ausstechen. Klar, niemand will ein Elektroauto mit 130 km Reichweite. Nur sollten wir den Sinn der Elektromobilität nicht aus den Augen verlieren.

Eine letztes Jahr erschienene schwedische Studie (IVL) hat aufgezeigt, dass die Produktion von Lithium-Ionen-Akkus für Elektroautos deutlich umweltschädlicher ist als angenommen. So entstehen bei der Batterie-Herstellung pro Kilowattstunde Speicherkapazität rund 150 bis 200 Kilo CO2. Das heißt: je größer und stärker die Akkus, umso umweltschädlicher.

So braucht beispielsweise die Produktion eines Akkus für den Nissan Leaf so viel CO2, wie ein moderner Benziner auf 30.000 km emittiert. Bei einem Tesla Model S wären es sogar 100.000 km. Da müsste man mit dem Tesla rund sieben Jahre lang fahren, bis er sich bei der CO2-Bilanz gegenüber einem normalen Verbrenner rechnet.

Fairerweise gilt aber zu erwähnen, dass auch die Akku-Produktion Fortschritte macht ...

Sebastian Obrecht

Diesel-Bashing wirkt: 2018 wurden bis jetzt rund 26.000 Selbstzünder weniger verkauft.

Wer nun denkt, Herr und Frau Österreicher hören endlich auf die Wunschträume, dass die Ära des eigenen Autos zu Ende geht, irrt gewaltig. Zwar wurden zwischen Jänner und Oktober 2018 mit 122.760 Dieselfahrzeugen um 26.285 weniger zugelassen, gleichzeitig aber um 25.459 Benziner (inkl. Hybrid-Fahrzeuge) mehr verkauft. Daher kommt es ausschließlich zu einer Verschiebung hin zu OttoAntrieben. Über alle Antriebstechnologien hinweg wurden sogar um 149 Fahrzeuge mehr verkauft als im Vergleichszeitraum 2017.

Die Ära des privaten Pkw geht damit keineswegs zu Ende. Vielmehr sollte darüber nachgedacht werden, warum der private Pkw nach wie vor einen so hohen Stellenwert hat. Vielleicht liegt es daran, dass Öffis maximal bis zur Stadtgrenze fahren und nicht darüber hinaus. Vielleicht aber auch daran, dass Nebenbahnen wegen Unwirtschaftlichkeit eingestellt werden. Oder auch daran, dass Fahrpläne aus dem gleichen Grund ausgedünnt werden. Oder es sind alle Gründe zusammen. Solange all dies passiert, werden die Menschen weiterhin auf den eigenen Pkw angewiesen sein. Da ist es nur gut zu wissen, dass der technologische Fortschritt die Motoren immer sauberer, effizienter und umwelfreundlicher macht, wie die Studie „Mobilität und Klimaschutz 2030” beweist.