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FREIE FAHRT 4/201032 magazinveranstaltung D ie Erwartungshaltungen dem Elektroauto gegenüber sind bei weitem überzogen. Die Elektromobilität wird in einer Weise hochstilisiert, die nicht berechtigt ist. Verbrennungsmotoren werden noch auf Jahrzehnte unsere Hauptantriebsquelle sein“, zieht Univ.-Prof. Dr. Hans Peter Lenz, Vorsitzender des Österreichischen Vereins für Kraftfahrzeugtechnik (ÖVK), ein Fazit aus dem 31. Internationalen Wiener Motorensymposium, das rund 1000 Motorenexperten aus 22 Ländern nach Wien geführt hat. Hoffnungen auf einen baldigen Umstieg auf elektrisch angetriebene Fahrzeuge sind demnach verfrüht. Der Tenor zahlreicher Fachvorträge war eindeutig: Am Verbrennungsmotor geht kein Weg vorbei, die Pkw-Technik ist noch auf Jahrzehnte hinaus von dieser herkömmlichen Antriebsart abhängig. Prof. Lenz: „Elektronik und elektrische Unterstützung für Nebenaggregate und Antriebsstrang sind wertvolle Hilfen für die Verbrennungsmotoren und werden zunehmend eingesetzt. Aber die neuen kleinen Diesel beweisen, dass sie in der EU, in USA, von China ganz zu schweigen, CO 2 -mäßig Elektromobilen ebenbürtig sind.“ 87 Gramm CO 2 .So produziert beispielsweise der neue 1,2-l-TDI-Diesel von VW mit 87 Gramm pro Kilometer CO 2 gleichviel wie ein Elektroauto im EU-Schnitt ausstößt. Dem gegenüber steht der höhere Energiebedarf bei der Herstellung von Elektroautos. Prof. Lenz: „Für ein E-Auto muss der Hersteller aufgrund der aufwändigen Batterieproduktion doppelt so viel Energie einsetzen wie für ein herkömmliches Auto.“ Beim diesjährigen Internationalen Wiener Motorensymposium standen neueste technische Entwicklungen vom kraftvollen Achtzylinder bis zum sparsamen Dreizylinder im Mittelpunkt der Tagung. „Bei den Vorträgen offenbarte sich eine unglaubliche Vielfalt des Antriebsstranges. Die große Breite des Motorenangebotes bleibt nicht nur erhalten, sondern wird sogar noch erweitert“, konstatierte Prof. Lenz, der Organisator des Symposiums. Die Trends in der Motorenentwicklung: Downsizing, Aufladung und Verminderung der Zylinderanzahl in der unteren Leistungsklasse. Elektrifizierung des Antriebsstranges durch elektrisch angetriebene Hilfsaggregate wie Wasser oder Ölpumpe, maßgeschneiderte Kraftstoffe wie GTL aus Erdgas (Gas to Liquid) oder Biostoffen, verbesserte Komponenten und weitere Fortschritte in der Abgasreinigung. Sprit gegen Strom Motorensymposium. Experten glauben an die Zukunft des Verbrennungsmotors. Expertenstimmen „Unsere Kunden wollen auch in Zukunft keine rollenden Verzichtserklärungen, sondern Automobile, die Komfort, Effizienz und Sportlichkeit vereinen.” Rupert Stadler, Audi-Vorstandsvorsitzender „Eine echte Serienmarktfähigkeit für reine Elektrofahrzeuge ist erst für das Jahr 2020 zu erwarten.” Prof. Dr. Wolfgang Steiger, Leiter der Volkswagen Antriebsforschung „Höchst effiziente Dieselund Ottomotoren werden noch auf längere Sicht die treibende Kraft für das Automobil bleiben – im Individualverkehr mit Personenwagen, insbesondere auf Langstrecken, und vor allem beim Gütertransport im Schwerverkehr.” Dr. Thomas Weber, ForschungsVorstand der Daimler AG EXPERTEN IN WIEN: Organisator Hans Peter Lenz mit Audi-Chef Rupert Stadler (v.l.).

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