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Saisonstart: Die 5 größten Fehler
Wenn die Tage länger werden, die Temperaturen steigen und das vertraute Motorengeräusch wieder durch unsere Straßen klingt, beginnt für viele Motorradfahrerinnen und Motorradfahrer die schönste Zeit des Jahres. Der Saisonstart bedeutet Freiheit, Dynamik und Fahrspaß – doch gerade die ersten Ausfahrten bergen besondere Risiken. Nach Monaten der Winterpause fehlen Routine, Gefühl für Geschwindigkeit und Kurvenlinie – und auch das Motorrad selbst benötigt Aufmerksamkeit. In den ARBÖ-Fahrsicherheits-Zentren beobachten wir jedes Jahr dieselben typischen Fehler zum Saisonbeginn – und genau diese lassen sich mit etwas Vorbereitung vermeiden.
1. Zu selbstsicher nach der Winterpause
Viele steigen nach der Winterpause auf ihr Motorrad und fahren los, als wäre die letzte Tour nur wenige Tage her. Doch selbst erfahrene Biker müssen sich erst wieder an Beschleunigung, Bremsverhalten und Schräglage gewöhnen. Blicktechnik und Reaktionsfähigkeit sind nach mehreren Monaten Pause nicht automatisch auf dem gewohnten Niveau. Sinnvoll ist es, die Saison mit einer kurzen, bewussten Eingewöhnungsfahrt zu starten und Brems- sowie Ausweichmanöver in sicherem Umfeld zu üben. Ein Warm-upTraining in einem ARBÖ-FahrsicherheitsZentrum bringt Sicherheit und hilft, rasch wieder Routine aufzubauen. Mehr auf der nächsten Seite.
2. Unzureichender Technik-Check
Ein Motorrad, das mehrere Monate gestanden hat, benötigt einen gründlichen Check. Reifendruck und Profil sollten kontrolliert, die Kette geprüft und geschmiert sowie Bremsen und Beleuchtung getestet werden. Auch die Batterie verdient Aufmerksamkeit. Kleine Mängel können große Auswirkungen haben – insbesondere dann, wenn man sich selbst noch in der Eingewöhnungsphase befindet. Ein sorgfältiger Frühjahrscheck schafft die notwendige Grundlage für eine sichere Saison.
3. Falsche Einschätzung der Straßenverhältnisse
Die besonderen Straßenverhältnisse im Frühjahr sind nicht zu unterschätzen: Splittreste, Schmutz, Schlaglöcher, feuchte Schattenstellen oder noch kalter Asphalt reduzieren die Haftung deutlich. Wer hier mit sommerlicher Fahrweise unterwegs ist, riskiert rasch einen Rutscher. Eine defensive Linienwahl, angepasste Geschwindigkeit und ein sensibler Umgang mit dem Gasgriff sind in den ersten Wochen besonders wichtig.
4. Überschätzung der eigenen Fitness
Motorradfahren fordert Konzentration, Körperspannung und Koordination. Nach der Winterpause fehlt oft nicht nur die fahrerische Routine, sondern auch die muskuläre Stabilität – insbesondere im Nacken- und Rumpfbereich. Lange Touren gleich zu Saisonbeginn führen daher schneller zu Ermüdung. Besser ist es, kürzere Etappen zu planen, regelmäßige Pausen einzulegen. Wer fit unterwegs ist, bleibt länger konzentriert – und das erhöht die Sicherheit erheblich.
5. Trügerisches Vertrauen in die eigene Sichtbarkeit
Sichtbarkeit spielt im Straßenverkehr eine entscheidende Rolle. Autofahrerinnen und Autofahrer müssen sich nach den Wintermonaten wieder an Motorräder gewöhnen. Viele Unfälle entstehen, weil Biker übersehen werden. Helle oder reflektierende Kleidung, korrekt eingestelltes Licht und eine vorausschauende Fahrweise helfen, das Risiko zu reduzieren. Besonders wichtig ist es, stets mit Fehlern anderer zu rechnen und vorbereitet zu sein, diese, wenn notwendig, auszugleichen.