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Zurück auf dem Weg nach oben

Auto & Wirtschaft. Der heimische Automarkt hat vergangenes Jahr einen Aufschwung erlebt. 2025 erreichten die Pkw-Neuzulassungen den höchsten Wert seit 2019.

Es geht wieder bergauf am heimischen Automarkt. Laut Statistik Austria wurden vergangenes Jahr so viele Pkw neu zugelassen wie seit 2019 nicht mehr: 284.978 Einheiten, um gut 31.000 Autos mehr als 2024, bedeuten ein Plus von 12,3 Prozent. Kräftig zulegen konnten vergangenes Jahr Fahrzeuge mit alternativen Antrieben, die ein Plus von 37 Prozent verzeichnen konnten. Die Kombination Benzin-Hybrid wurde erstmals zur gefragtesten Antriebsart (mit 97.000 Einheiten ein Plus von 45 Prozent), auch die Neuanmeldungen von E-Autos bei Privatkunden sind im Steigen begriffen (von 23 Prozent im Jahr 2024 auf knapp 30 Prozent).

Dem langjährig rückläufigen Trend folgend, gingen die Neuzulassungen von Diesel-Pkw weiter zurück. Mit 33.000 Einheiten wurden 2025 ein Viertel weniger neue Selbstzünder gekauft. Auch reine Benziner waren weniger gefragt: Knapp 80.000 ergeben fünf Prozent Minus.

Eine geringfügige Zunahme konnte 2025 der Gebrauchtmarkt verzeichnen. Die Pkw-Gebrauchtzulassungen stiegen im Vergleich zu 2024 um knapp 5000 Einheiten auf 825.477. Dabei legten besonders Gebrauchte mit alternativen Antrieben zu: E-Autos plus 20 Prozent (34.700), Benzin-Hybride plus 35,4 Prozent (69.893) und DieselHybride plus 24,8 Prozent (24.019).

Ende 2025 waren somit in Österreich rund 7,51 Millionen Kraftfahrzeuge zum Verkehr zugelassen (plus 1,2 Prozent), 70 Prozent davon Pkw. Herausforderungen.Trotz der Aufwärtsbewegung gibt sich die heimische Automobilbranche vorsichtig: „Die Automobilbranche in Österreich steht vor mehreren gleichzeitigen Herausforderungen: eine anhaltende wirtschaftliche Flaute, besonders im Bereich der Industrie, und die damit verbundene Verunsicherung bremsen den Markt, während der Fahrzeugbestand kontinuierlich altert“, sieht Markus Wildeis, Managing Director Stellantis Austria, die aktuelle Situation.

„Gleichzeitig führt die fehlende klare Richtungsvorgabe bei der Transformation zur E-Mobilität zu Verunsicherung bei Kundinnen und Kunden. Steigende Kosten, besonders die Energiekosten, Fachkräftemangel und zunehmender Wettbewerbsdruck verschärfen die Situation zusätzlich. Um Investitionen und Markterholung zu ermöglichen, braucht es stabile, verlässliche Rahmenbedingungen und eine enge Zusammenarbeit von Industrie, Handel und Politik“, so Wildeis.

„Unternehmensseitiges Gegensteuern allein reicht aber ab einem gewissen Zeitpunkt nicht mehr aus“, stößt Dr. Hans Peter Schützinger, Sprecher der Porsche Holding Salzburg Geschäftsführung, in ein ähnliches Horn und nimmt die Politik für einen Wettbewerb auf Augenhöhe in die Pflicht: „Die Automobilindustrie ist die letzte Leitindustrie, die wir in Europa noch haben. Sie ist Basis für Innovation, Arbeitsplätze und Wohlstand. Wir brauchen ein klares Bekenntnis zum Standort Europa mit konkurrenzfähigen Produktions-, Energie- und Lohnkosten“, so Schützinger.

China-Offensive. Vor diesem Hintergrund strömen seit kurzem vermehrt chinesische Automarken nach Österreich und Europa. So konnten chinesische Hersteller laut ACEA ihren Marktanteil in Europa bereits auf über fünf Prozent ausbauen – Tendenz weiter steigend. Treiber dieses Wachstums sind zum einen sehr hohe Produktionskapazitäten in China sowie staatliche Unterstützungsprogramme, die die internationale Wettbewerbsfähigkeit zusätzlich erhöhen.

Nach anfänglicher Elektro-Offensive hat sich die Dynamik infolge der Einführung europäischer Importzölle verschoben, und so rücken zunehmend Hybridmodelle in den Fokus chinesischer Anbieter. Diese verzeichnen derzeit die höchsten Wachstumsraten im europäischen Markt. Branchenanalysten prognostizieren, dass der Anteil chinesischer Automobilmarken am europäischen Markt bis 2030 auf etwa 12 Prozent wachsen könnte (Quelle: UBS-Marktstudie 2025).

Erfolgreichste China-Marke in Österreich ist übrigens BYD auf Platz 15 im heimischen Markenranking. Mit einem Plus von 74,8 Prozent (6899 Neuzulassungen) konnte der Hersteller 2025 einen Marktanteil von 2,4 Prozent erreichen.

Was Importeure sagen

„Der heimische Automarkt hat zum vierten Mal in Folge zulegen können und entwickelt sich langsam wieder in Richtung eines gesunden Marktniveaus. Das Ergebnis ist ein wichtiges Zeichen für die heimische Autobranche, der über die letzten Jahre zwischen 250.000 und 300.000 Fahrzeuge fehlen, was dem Volumen eines ganzen Autojahres entspricht. Für 2026 gehen wir trotz der weiter herausfordernden Wirtschaftslage von einem stabilen Neuwagen-Ergebnis aus, ohne große Steigerungen nach oben. Wir starten mit einem soliden Auftragsbestand und zahlreichen Produktneuheiten in petto ins neue Autojahr.“

Dr. Hans Peter Schützinger, Porsche Holding

„2025 konnten wir eine klare und nachhaltige Beschleunigung bei den Pkw-Verkäufen realisieren. Unsere neuen Modelle – über alle Marken, Antriebsarten und Varianten hinweg – treffen die Erwartungen der Kundinnen und Kunden. Gemeinsam mit unseren starken Handelspartnern konnten wir die Auftragseingänge Monat für Monat deutlich steigern, was sich nun konsequent in den Auslieferungen widerspiegelte auch in den kommenden Monaten positive Auswirkungen haben wird. Das ist eine sehr positive Entwicklung.“

Markus Wildeis, Stellantis Austria

Top-Five-Marken

Diese Automarken waren 2025 die erfolgreichsten in Österreich (Pkw):

Rang Marke Pkw 2025 Veränderung Marktanteil
1 VW 40.581 +12,8* 14,2 %
2 Skoda 30.087 +17,9 10,6 %
3 BMW 19.216 +1,1 6,7 %
4 Audi 16.565 +8,7 5,8 %
5 Dacia 13.231 +22,8 4,6 %

Top-Five-Modelle

Diese Modelle wurden 2025 in Österreich am häufigsten gekauft (Pkw):

Rang Modell Stück 2025 Veränderung
1 Škoda Octavia 7.892 +0,2 %*
2 VW Golf 6.744 −22,2 %
3 BMW X1 5.218 +8,3 %
4 Seat Ibiza 5.137 +6,8 %
5 Toyota Yaris 4.521 +9,3 %

QUELLE: STATISTIK AUSTRIA, ANGABEN KFZ-NEUZULASSUNGEN; *)IN KLAMMER: VERÄNDERUNG IN PROZENT IM VERGLEICH ZU 2024, RUNDUNGSDIFFERENZEN NICHT AUSGEGLICHEN; MA = MARKANTEIL IN PROZENT