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Anschlusstreffer

BMW iX3. Endlich ist sie da – die viel gehypte „Neue Klasse“. Was kann Bayerns aktuellstes Elektro-SUV mit neuer Plattform und 800-Volt-Architektur?

Kaum ein Auto hat in den letzten Wochen für mehr Aufsehen gesorgt als der neue iX3, den BMW gar vollmundig als „Neue Klasse“ bezeichnet. Dabei handelt es sich hier um das Aufwärmen eines Terminus, der in den 1960er-Jahren mit dem 1500 eingeführt wurde und die Bayern damals aus dem wirtschaftlichen Abgrund holte. Der 1500 war damals wirklich revolutionär: Mit modernen Vierzylindern und Einzelradaufhängung ließ er den Mitbewerb technisch und in Sachen Fahrspaß ziemlich alt aussehen, gleichzeitig galt er als Urvater des 3ers.

800 Volt. Heute sieht die Geschichte ganz anders aus. SUVs mit Elektroantrieb gibt es sonder Zahl, „Neue Klasse“ definiert hier lediglich die Einführung einer E-Plattform, die in Zukunft in weiteren Modellen zu finden sein wird. Und dass man nun endlich Ladeleistungen und Reichweiten schafft, die längst aus China bekannt sind. Der essenzielle Unterschied findet sich beim deutschen Premium-Anspruch im Interieur sowie im Fahrverhalten. Heißt: Erstes Münchner Modell mit 800-Volt-Architektur, die maximale Ladeleistung beträgt 400 kW. Weniger abstrakt ausgedrückt: Bei Idealbedingungen werden in zehn Minuten 372 km Reichweite nachgeladen. Die vorerst einzige erhältliche Version verfügt über einen 108,7 kWh großen Akku, der eine beachtliche WLTP-Reichweite von 805 km ermöglicht. Angetrieben wird der iX3 50 xDrive von zwei Elektromotoren. An der Hinterachse werkt der in Steyr gebaute Hauptmotor mit 326 PS, an der Vorderachse ein weiterer mit 167 PS. Die Systemleistung beträgt 345 kW/469 PS, die 645 Nm Systemdrehmoment wuchten die 2285 kg schwere Fuhre in 4,9 Sekunden auf 100 km/h.

Fahrspaß. Das sorgt nicht nur auf Papier für Fahrfreude, in Verbindung mit dem BMW-typisch sportlich abgestimmten Fahrwerk wird der eingangs erwähnte Unterschied zu chinesischen Produkten auch in der Realität deutlich fühlbar.

Völlig neue Wege geht BMW im Interieur. Ein klassisches Cockpit ist wie auch der iDrive-Dreh-Drück-Steller passé, stattdessen gibt es das Panoramic Vision-Display und ein 17,9 Zoll großes Touchscreen. Während unterhalb der Windschutzscheibe angeordnete Displays von anderen Herstellern bei schlechter Sicht richtig unangenehm sein können, blendet das Panoramic Vision, bei dem die Informationen auf einen schwarzen Streifen unten in der Windschutzscheibe projiziert werden, in keiner Weise. Schön auch: Die angezeigten Infos können völlig individualisiert werden und analog zum Smartphone vom Touchscreen in die Projektion gewischt werden.

Bleibt die Frage nach dem Preis: Ab 69.950 Euro rollt der neue iX3 vom Hof – man darf davon ausgehen, dass die Modellpalette aber in Kürze sowohl nach unten als auch nach oben abgerundet wird.