Motornews
Willkommen zurück!
Lange wurde er herbeigesehnt, jetzt hat Renault geliefert. Und wie! Der Twingo trägt den Geist seines Urahnen in die Gegenwart. Der treuherzige Teddybärblick ist wieder zurück, ebenso die unglaubliche Variabilität des Innenraums. Der gravierendste Unterschied ist die Antriebseinheit: Zum Einsatz kommt ein Elektromotor mit moderaten 60kW/82PS (hey, der Erste hatte überhaupt nur 55 PS!), dafür geht es mit 175 Nm recht flott vorwärts. Völlig ausreichend im Stadtverkehr und auch Überland, die großen Autobahnetappen waren ohnehin nie die Domäne des Twingo. Limitierend wirkt hier auch die Akkukapazität von 27,5 kWh. Das reicht für eine WLTP-Reichweite von 262 Kilometern. Wenig? Renault spricht von Rightsizing – und das klingt angesichts des angestrebten Wirkungsbereichs auch völlig plausibel. Durch die kleine Batterie bleibt der Wagen leicht (ab 1200 Kilo, davon 212 für die Batterie), effizient und vor allem: günstig. Die Basisversion rollt ab 19.990 € vom Hof, sogar die bessere Techno-Ausstattung bleibt mit allen Extras unter 25 Tausendern. Das ist eine Ansage für den Mitbewerb aus Deutschland, der dieses Ziel schon seit einer gefühlten Ewigkeit anstrebt. Einzige Alternative ist derzeit der BYD Dolphin Surf – ebenso ein vollwertiges Auto, jedoch ohne dem Charme des Twingo.
Geladen werden kann der Twingo mit bis zu 50 kw DC, auch eine Heizmatte für die Akkukonditionierung bringt er serienmäßg mit – nicht selbstverständlich in dieser Klasse.
Wie fährt er? Die Plattform kommt von den Geschwistern R4 und R5, lediglich die Mehrlenkerhinterachse ist einer günstigeren Verbundlenkerkonstruktion gewichen. Dadurch mag das Fahrgefühl nicht ganz so alert wie bei den Geschwistern wirken, flink (und im Ernstfall sicher untersteuernd) ist man allemal unterwegs.
Das wirklich wuchtige Armaturenbrett ist gespickt mit sympathischem Zierrat, die dortigen Blenden werden serienmäßig in Wagenfarbe eingefärbt. Natürlich gibt es in dieser Preisklasse keine Wunder bei den verwendeten Materialien, jedoch sind die Plastikteile mit Strukturen versehen und penibel zusammengeschraubt, dass sich ein solides Ganzes ausgeht. Derlei kennen wir ja schon vom Diskontbruder Dacia.
Der Clou sind die einzeln verschiebbaren Rücksitze des Twingo. So geht sich überraschend viel Beinfreiheit für die Fondpassagiere aus, die im Bedarfsfall gegen Ladevolumen getauscht werden kann. Selbstverständlich lässt sich auch der Beifahrersitz völlig nach vorne klappen, was in einer maximalen Ladelänge von zwei Metern resultiert. Da geht sich sogar ein Besuch beim Baumarkt aus.