Tests
Mazda6e Standard Range Takumi
Bei Auskennern gilt der Mazda6 schon seit jeher als Geheimtipp. Vereint er doch neben flotter Optik und fairer Bepreisung auch handfeste Talente in Sachen Nutzwert, Fahreigenschaften und vor allem bei der Bedienung. Nun bricht Mazda mit dem 6e erstmals mit vertrauten Konventionen. Der aktuelle Sechser stammt von Partner Changan aus China und wurde von den Mazda-Ingenieuren dementsprechend adaptiert, Badge-Engineering also.
Äußerlich sorgt die elegante Limousine, die nun ausschließlich elektrisch fährt, für einen feinen Auftritt. Ein ausfahrbarer Spoiler am Heck sorgt für weitere Coolness! Innen genießt man edles Interieur und saubere Verarbeitung nach Art des Hauses. Alles wunderbar, wäre da nicht die Bedienung, die treue Sechser-Fans die Stirn runzeln lässt. Gesteuert wird ausschließlich über ein vertracktes Bedienmenü via 14,6-ZollBildschirm. Funktionen wie Spiegelverstellung oder Scheibenwischer findet man nur in den Menütiefen. Knöpfe? Fehlanzeige! Zwar reinigen die Wischer kurz per Knopfdruck am Lenkradstock, die eigentliche Ansteuerung der Scheibenwischer legt man sich aber besser auf eine der beiden Favoritentasten am Lenkrad. Fordernd? Durchaus!
Das Fahren selbst erfolgt angenehm. Der 6e liegt satt und sicher auf der Straße, Lenkung und Bremsen überzeugen. Die von uns gefahrene Short-Range-Version mit dem kleineren Akku (68,8 kWh) schafft bis zu 470 km Reichweite (16,6 kWh/100 km WLTP), die eiskalten Temperaturen während unseres Tests (-10 bis null Grad) ließen in der Praxis aber kaum mehr als rund 280 km zu. Generell ist der kleine Akku derzeit die bessere Wahl, dieser lädt im Vergleich zum größeren (80 kWh) deutlich rascher: max. 165 kW statt 95 kW, was den Akkustand in rund 28 Minuten von zehn auf 80 Prozent hebt.
Unterm Strich eine elegante E-Limousine mit viel Fahrtalent und reichlich Ausstattung. Schwäche ist die „chinahafte“ Bedienung, die Eingewöhnung erfordert.
Mazda6e - EUR 43.475,–
ARBÖ-Fazit:
Plus: Wertige Anmutung, vorzügliches Fahrgefühl, 72 Liter Frunk, sparsamer Antrieb.
Minus: Das „chinesische“ Bedienkonzept, Kofferraum (337 Liter) könnte etwas größer sein.